Starke zweite Hälfte, schwieriger Einstieg
„Das Buch der gefallenen Blätter“ ist ein aufwendig konzipierter Fantasyroman, der mit einer großen Welt, zahlreichen Figuren und politischen Verflechtungen viel zu bieten hat. Gleichzeitig war gerade diese Fülle für mich auch die größte Schwäche des Buches.
Das Worldbuilding ist interessant und deutlich von einem historischen Japan inspiriert, ohne im eigentlichen Japan zu spielen. Verschiedene Clans, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse bilden den Hintergrund für eine Geschichte, in der politische Interessen, Bündnisse und Rivalitäten eine zentrale Rolle spielen. Dazu kommen magische Elemente und eine eigene Mythologie. Die Welt wirkt dadurch sehr umfangreich und detailreich, allerdings wird man zu Beginn ziemlich unvermittelt in sie hineingeworfen. Viele Zusammenhänge werden erst nach und nach verständlich, sodass ich mich gerade am Anfang häufig gefragt habe, wer eigentlich zu welcher Gruppierung gehört und welche Interessen hinter den jeweiligen Handlungen stehen. Auch die Figuren werden teilweise eher über ihre Titel, vergangene Geschehnisse oder ihre Beziehung zu anderen Personen eingeführt, was die Orientierung zusätzlich erschwert hat.
Dazu kommt eine sehr große Anzahl an Charakteren und wechselnden Perspektiven. Einige Figuren haben mich durchaus interessiert, aber längst nicht alle Handlungsstränge waren für mich gleichermaßen fesselnd. Besonders Sen und Rui sind mir dabei im Gedächtnis geblieben, zu denen ich immer wieder gerne zurückgekehrt bin. Ihre Beziehung hat eine schöne Dynamik und war für mich einer der emotionalen Höhepunkte. Bei anderen Figuren und Nebenhandlungen fiel es mir dagegen schwerer, eine Verbindung aufzubauen, da ich mich angesichts ihrer Fülle fragte, ob diese oder jene Figur noch eine zentrale Rolle einnehmen wird und somit unbedingt zu merken gilt. Ob mich das Buch dabei an den propagierten Game of Thrones-Vergleich erinnert hat? Mit der schieren Anzahl an Charakteren und den politischen Machtspielen sicherlich. Allerdings fiel es mir deutlich leichter, den Überblick über die Geschehnisse in Westeros zu behalten.
Sprachlich hat das Buch seine Stärken. Die Beschreibungen sind ausführlich und teilweise sehr bildhaft, und gerade in den ruhigeren Passagen gelingt es dem Autor gut, die Gedanken und Gefühle der Figuren einzufangen. Gleichzeitig ist der Schreibstil stellenweise etwas anspruchsvoll und macht es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.
Am meisten überzeugt hat mich schließlich die zweite Hälfte des Buches. Nachdem sich die verschiedenen Handlungsstränge langsam sortiert hatten, ergaben viele der zuvor etwas verwirrend wirkenden Elemente plötzlich mehr Sinn. Die politischen Konflikte wurden greifbarer und die Geschichte insgesamt deutlich spannender. Besonders die actionreichen Szenen haben mir gut gefallen. Rückblickend konnte ich dadurch besser nachvollziehen, worauf die ausführliche Einführung in die Welt und ihre Machtstrukturen hinauslief.
Insgesamt hat das „Buch der gefallenen Blätter“ viele interessante Ideen und eine faszinierende, atmosphärische Welt. Allerdings hat es für mich zu lange gedauert, bis diese Stärken wirklich zur Geltung kamen. Die zweite Hälfte hat mich deutlich mehr abgeholt als der Anfang, konnte die anfänglichen Schwierigkeiten aber nicht vollständig ausgleichen.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen für eine ambitionierte Epic Fantasy mit interessanten und starken Momenten, die aber insgesamt etwas zu viele Figuren, Handlungsstränge und Erklärungsbaustellen aufweist, um mich durchgehend zu fesseln.
Das Worldbuilding ist interessant und deutlich von einem historischen Japan inspiriert, ohne im eigentlichen Japan zu spielen. Verschiedene Clans, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse bilden den Hintergrund für eine Geschichte, in der politische Interessen, Bündnisse und Rivalitäten eine zentrale Rolle spielen. Dazu kommen magische Elemente und eine eigene Mythologie. Die Welt wirkt dadurch sehr umfangreich und detailreich, allerdings wird man zu Beginn ziemlich unvermittelt in sie hineingeworfen. Viele Zusammenhänge werden erst nach und nach verständlich, sodass ich mich gerade am Anfang häufig gefragt habe, wer eigentlich zu welcher Gruppierung gehört und welche Interessen hinter den jeweiligen Handlungen stehen. Auch die Figuren werden teilweise eher über ihre Titel, vergangene Geschehnisse oder ihre Beziehung zu anderen Personen eingeführt, was die Orientierung zusätzlich erschwert hat.
Dazu kommt eine sehr große Anzahl an Charakteren und wechselnden Perspektiven. Einige Figuren haben mich durchaus interessiert, aber längst nicht alle Handlungsstränge waren für mich gleichermaßen fesselnd. Besonders Sen und Rui sind mir dabei im Gedächtnis geblieben, zu denen ich immer wieder gerne zurückgekehrt bin. Ihre Beziehung hat eine schöne Dynamik und war für mich einer der emotionalen Höhepunkte. Bei anderen Figuren und Nebenhandlungen fiel es mir dagegen schwerer, eine Verbindung aufzubauen, da ich mich angesichts ihrer Fülle fragte, ob diese oder jene Figur noch eine zentrale Rolle einnehmen wird und somit unbedingt zu merken gilt. Ob mich das Buch dabei an den propagierten Game of Thrones-Vergleich erinnert hat? Mit der schieren Anzahl an Charakteren und den politischen Machtspielen sicherlich. Allerdings fiel es mir deutlich leichter, den Überblick über die Geschehnisse in Westeros zu behalten.
Sprachlich hat das Buch seine Stärken. Die Beschreibungen sind ausführlich und teilweise sehr bildhaft, und gerade in den ruhigeren Passagen gelingt es dem Autor gut, die Gedanken und Gefühle der Figuren einzufangen. Gleichzeitig ist der Schreibstil stellenweise etwas anspruchsvoll und macht es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.
Am meisten überzeugt hat mich schließlich die zweite Hälfte des Buches. Nachdem sich die verschiedenen Handlungsstränge langsam sortiert hatten, ergaben viele der zuvor etwas verwirrend wirkenden Elemente plötzlich mehr Sinn. Die politischen Konflikte wurden greifbarer und die Geschichte insgesamt deutlich spannender. Besonders die actionreichen Szenen haben mir gut gefallen. Rückblickend konnte ich dadurch besser nachvollziehen, worauf die ausführliche Einführung in die Welt und ihre Machtstrukturen hinauslief.
Insgesamt hat das „Buch der gefallenen Blätter“ viele interessante Ideen und eine faszinierende, atmosphärische Welt. Allerdings hat es für mich zu lange gedauert, bis diese Stärken wirklich zur Geltung kamen. Die zweite Hälfte hat mich deutlich mehr abgeholt als der Anfang, konnte die anfänglichen Schwierigkeiten aber nicht vollständig ausgleichen.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen für eine ambitionierte Epic Fantasy mit interessanten und starken Momenten, die aber insgesamt etwas zu viele Figuren, Handlungsstränge und Erklärungsbaustellen aufweist, um mich durchgehend zu fesseln.