vielversprechender Anfang mit zu vielen Charakteren und zu wenig Fantasy

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bobo3496 Avatar

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Der Einstieg in „Das Buch der gefallenen Blätter“ von A. S. Tamaki ist packend und mystisch. Der Prolog erzählt vom Auslöschen eines ganzen Clans wobei nur drei Kinder überleben die siebzehn Jahre später als Hauptfiguren wieder auftauchen. Die Welt erinnert an ein asiatisches Kaiserreich und der Schreibstil des Autors ist flüssig und angenehm zu lesen. Doch schon bald nach dem spannenden Beginn flaut die Handlung ab.

Statt sich auf die Hauptcharaktere Rui und Sen zu konzentrieren wird der Leser mit einer Flut von Nebenfiguren überschwemmt. Viele von ihnen erhalten sogar eigene Perspektiven was die Orientierung erschwert. Die Namen sind lang und oft mit Titeln verbunden sodass man schnell den Faden verliert. Die Handlung plätschert vor sich hin und es passiert wenig. Besonders die politischen Passagen ziehen sich in die Länge.

Trotz des guten Schreibstils wirkt das Buch oft langatmig. Die Vermarktung als High Fantasy ist irreführend denn bis zur Hälfte des Buches handelt es sich um reine Historical Fiction. Selbst wenn später Fantasy Elemente auftauchen sollten wird es eher Low Fantasy bleiben. Die Weltbeschreibungen sind zu knapp um den Leser in die fantastische Atmosphäre eintauchen zu lassen. Das Cover ist zwar wunderschön gestaltet doch das Innere des Buches kann nicht ganz überzeugen.

Für entspannte Leseabende vor dem Schlafengehen eignet sich das Buch leider nicht. Es fehlt an Spannung und emotionaler Bindung zu den Charakteren. Schade denn das Potenzial wäre da. Vielleicht lohnt es sich in einigen Jahren noch einmal einen Blick darauf zu werfen wenn der Autor mehr Erfahrung gesammelt hat.