Die Macht der Erinnerung
In der Reichskristallnacht wird das jüdische Mädchen Lisavet von ihrem Vater, einem berühmten Uhrmacher, in einer riesigen Bibliothek versteckt. Lisavet wird schnell klar, dass es sich um eine besondere Bibliothek handelt. Sie existiert unabhängig von Raum und Zeit. Die Regale sind voller Bücher in denen die Erinnerungen aller Menschen gespeichert sind. In diesem "Zeitraum" begegnet Lisavet der Erinnerungsgestalt Azrael und den Zeithütern, die im Auftrag der Regierungen unbequeme Erinnerungen löschen. Lisavet setzt alles daran, das zu verhindern. Der zweite Handlungsstrang führt ins Jahr 1965 zu Amelia, die um ihren ermordeten Onkel trauert. Durch die Agentin Moira entdeckt sie eine Seite an ihm, die sie nie gekannt hat und die ihr Bild von Vergangenheit und Wahrheit ins Wanken bringt.
Die Autorin verwebt magische Momente mit historischen Ereignissen und Bezügen zur aktuellen Weltlage. Besonders Lisavets Entwicklung hat mir gefallen. Aus dem verängstigten Mädchen wird eine junge Frau, die ihren eigenen Weg findet. Dass es zu Verwicklungen zwischen Zeitraum und Gegenwart kommen muss, ahnt man jedoch früh. Auch die zarte Verbindung zwischen ihr und dem Zeithüter Ernest ist schnell abzusehen. Dadurch wirkte die Geschichte für mich stellenweise etwas vorhersehbar und an manchen Punkten langatmig. Man merkt, dass das Buch von anderen Geschichten inspiriert ist, sodass große Überraschungen weitgehend ausbleiben.
Sehr interessant fand ich die Frage, wie Erinnerungen entstehen, bewahrt oder verändert werden. Hierzu ein Zitat (S. 270): „Churchill hat gesagt, Geschichte würde von den Siegern geschrieben.“ Welche Erinnerungen dürfen bleiben? Welche werden gelöscht? Und wer entscheidet darüber?
Trotz kleiner Schwächen ist die Thematik spannend umgesetzt und hat mich gedanklich noch eine Weile begleitet. Von mir gibt es für dieses Debüt solide vier Sterne.
Die Autorin verwebt magische Momente mit historischen Ereignissen und Bezügen zur aktuellen Weltlage. Besonders Lisavets Entwicklung hat mir gefallen. Aus dem verängstigten Mädchen wird eine junge Frau, die ihren eigenen Weg findet. Dass es zu Verwicklungen zwischen Zeitraum und Gegenwart kommen muss, ahnt man jedoch früh. Auch die zarte Verbindung zwischen ihr und dem Zeithüter Ernest ist schnell abzusehen. Dadurch wirkte die Geschichte für mich stellenweise etwas vorhersehbar und an manchen Punkten langatmig. Man merkt, dass das Buch von anderen Geschichten inspiriert ist, sodass große Überraschungen weitgehend ausbleiben.
Sehr interessant fand ich die Frage, wie Erinnerungen entstehen, bewahrt oder verändert werden. Hierzu ein Zitat (S. 270): „Churchill hat gesagt, Geschichte würde von den Siegern geschrieben.“ Welche Erinnerungen dürfen bleiben? Welche werden gelöscht? Und wer entscheidet darüber?
Trotz kleiner Schwächen ist die Thematik spannend umgesetzt und hat mich gedanklich noch eine Weile begleitet. Von mir gibt es für dieses Debüt solide vier Sterne.