Die Macht der Erinnerungen

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katma Avatar

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Es fiel mir schwer zu glauben, dass diese wunderschöne Geschichte ein Debüt ist. Es geht um die 11jährige Lisavet, die im zweiten Weltkrieg von ihrem Uhrmachervater in den Zeitraum geschickt wird, eine riesige verborgene Bibliothek, in der Erinnerungen aufbewahrt werden. Während Lisavet in diesem Zeitraum ausharrt und bis auf eine Art Geist niemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann, beobachtet sie Spione, sogenannte Zeitwächter, die versuchen, durch die Vernichtung der Erinnerungsbücher die Geschichte zu verändern. Lisavet freundet sich mit einem der Zeitwächter an und verliebt sich in ihn.
Viele Jahre später wird die Teenagerin Amelia von einem Agenten der CIA mit einem ungewöhnlichen Auftrag überrascht: Sie soll ein verlorenes Erinnerungsbuch im „Zeitraum“ finden. Damit beginnt ein spannendes Rennen um Wahrheit, Vergangenheit, Familie und Erinnerung.
Zuerst muss ich die wunderschöne optische Gestaltung des Buches betonen. Aber auch der Inhalt des Buches ist wirklich bemerkenswert: Ich fand die Idee und das Konzept vom „Zeitraum“ faszinierend. Die Gestaltung der Welt ist richtig gut gelungen und die Charaktere sind faszinierend, vielschichtig und bleiben bis zum Ende spannend. Dabei sind sie nicht immer sympathisch. Die Geschichte folgt 2 Zeitsträngen, die sehr unterschiedlich sind und am Ende geschickt miteinander verknüpft werden. Normalerweise finde ich immer den Zeitstrang der Vergangenheit spannender aber in diesem Fall fand ich beide fesselnd und emotional tiefgründig. Es gibt einige überraschende Wendungen und ich fand die Art ihrer Enthüllung und ihre Sinnhaftigkeit wirklich gut. Mir gefiel auch, dass die Enthüllungen zum richtigen Zeitpunkt in die Handlung eingebaut und nicht bis zum Ende hinausgezögert wurden.
Mich hat die Geschichte berührt und zum Nachdenken angeregt. Es geht Zensur und um die Macht der Erinnerungen und wie unsere Geschichte und unsere Vergangenheit uns und unsere Welt prägen. Man muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, damit sie sich in der Zukunft nicht wiederholen. Und manchmal bedarf das sehr viel Mut und ungewöhnliche Entscheidungen. Die Geschichte wirft komplexe moralische Fragen auf.
Ich kann das Buch unbedingt zum Lesen empfehlen!