Die Sache mit der Zeit

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luise43 Avatar

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In "Das Buch der verlorenen Stunden" von Hayley Gelfuso stecken so großartige Ideen und Ansätze, dass ich mich riesig auf dieses Buch gefreut habe.
Lisavet Levy, ein Kind, wird von ihrem Vater, einem bekanntem Uhrmacher versteckt. In der Kristallnacht, in einer riesengroßen Bibliothek, die unabhängig von Zeit und Raum ist und nicht von jedem erreichbar. Sie ist dort zwar vor den Nazis sicher, kommt aber auch nicht zu ihrer Familie. Und so wächst sie dort auf, lebt in den Erinnerungen anderer und sammelt Erinnerungen.
Im Zeitraum lernt sie auch Ernest kennen, einen jungen Zeithüter und ihr Schicksal verknüpft sich miteinander.
Die Geschichte wird in verschiedenen Zeiten und auch unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aber man begreift die Zusammenhänge recht schnell.
Dieses Buch hat viele Facetten, es geht um die Zeit an sich, um Erinnerungen, was uns Menschen ausmacht, was Erinnerungen oder ihr Fehlen mit uns machen. Es gibt sehr schnell Personen und auch Staaten, die Vergangenes ungeschehen machen wollen, Erinnerungen löschen und man kann sich denken, was diese Macht bedeutet.
Die Sache mit der Zeit ist teils verwirrend, wird aber gut erklärt.
Lisavet ist eine gut ausgearbeitete Protagonistin, deren Entscheidungen ich später nicht mehr nachvollziehen konnte, das machte es für mich irgendwann immer unglaubwürdiger.
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, ich habe sie sehr gerne gelesen.