Total bewegend

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erkangrn Avatar

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Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso ist ein Debütroman, der mich mit einer ungewöhnlichen und faszinierenden Prämisse sofort gepackt hat. Die Geschichte beginnt in einer dramatischen historischen Situation: In Nürnberg 1938 bringt der jüdische Uhrmacher Ezekiel Levy seine Tochter Lisavet sicher unter, nicht irgendwo, sondern in eine Bibliothek außerhalb von Raum und Zeit, in der alle Erinnerungen der Menschheit in Buchform aufgehoben werden. Diese Bibliothek ist kein gewöhnlicher magischer Ort, sondern ein zentraler Schauplatz, an dem über Verlust, Erinnerung und das, was von Menschen bleibt, nachgedacht wird. Dort beginnt Lisavets Reise, als sie nicht nur die Erinnerungen der Welt entdeckt, sondern auch die Verantwortung spürt, verlorene oder bedrohte Erinnerungen zu bewahren.

Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt hat, ist die Kombination aus historischem Kontext, fantasievoller Magie und emotionaler Tiefe. Die Idee einer Bibliothek, in der Erinnerungen gesammelt, bewahrt oder sogar gelöscht werden, ist nicht nur originell, sondern wird auch genutzt, um wichtige Fragen zu stellen: Wer entscheidet darüber, was erinnert wird? Welchen Wert haben Erinnerungen? und Was bedeutet es, etwas oder jemanden wirklich zu verlieren? Solche Fragen verleihen der Geschichte eine Tiefe, die über reine Fantasy hinausgeht und fast philosophisch wirkt.