Woran erinnern wir uns?
Allgemeines:
„Das Buch der verlorenen Stunden“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Hayley Gelfuso. Der Roman ist im November 2025 bei dtv erschienen und richtet sich an eine erwachsene Leserschaft. Er hat 480 Seiten und ist optisch sehr aufwändig gestaltet.
Inhalt:
„Keine Geschichte ist so kraftvoll wie unsere Erinnerung
An einem schicksalhaften Abend ändert sich für die junge Lisavet alles. Um ihr Leben zu retten, versteckt ihr Vater, ein bekannter Uhrmacher, sie in einer riesigen Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert und in der alle menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Nur wenige wissen von diesem besonderen Ort und Zeithüter entscheiden darüber, welche Erinnerungen an die Vergangenheit erhalten oder unwiederbringlich ausgelöscht werden.
Wer bestimmt, woran wir uns erinnern?
»Die Vergangenheit hält uns den Spiegel vor. Sie erklärt, wer wir waren und wie wir so geworden sind. Manchen Leuten gefällt nicht, was sie in ihren Spiegelbildern zu sehen bekommen, also ändern sie es, indem sie Erinnerungen für alle Welt auslöschen. Indem sie Menschen auslöschen.«
Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet, die Erinnerungen, die die Welt vergessen soll, in ihrem eigenen Buch zu sammeln.
Eines Abends folgte sie einem Zeithüter in sicherem Abstand und entdeckte, wonach sie gesucht hatte. Die Erinnerung in seinen Händen war ein extrem dicker Band, der zu einem mindestens Hundertjährigen gehören musste. Statt das Buch in einem Stück zu verbrennen, löste der Zeithüter den blauen Ledereinband ab und legte ihn beiseite. Dann zündete er die Seiten an und Lisavet fiel auf, mit welcher Gleichgültigkeit er diese Aufgabe verrichtete. Offenbar jemand, der nur Befehle ausführte und den das Ergebnis nicht kümmerte. Im Nu verschwand er wieder, ohne seine Tat bis zum Ende zu beaufsichtigen, und Lisavet sprang hervor, um das Buch zu retten.
Bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft, der zu ihrem einzigen Halt wird.
Kann die Liebe uns vor dem Schlimmsten bewahren?
Was folgt, wird nicht nur die beiden, sondern auch den Lauf der Geschichte für immer verändern ...“ (Quelle: dtv)
Meine Meinung:
Erst einmal würde ich gerne die schöne optische Gestaltung des Buches hervorheben. Gefällt mir wirklich gut, vor allem auch die Details, die sich unter dem Schutzumschlag verbergen. Ich finde, dass man dadurch das Gefühl hat, ein magisches Buch in Händen zu halten. Man erblickt es im Buchladen sogleich und es sticht hervor unter vielen ewig gleich erscheinenden Büchern.
Dieses Gefühl wird durch die ersten Kapitel des Buches zunächst verstärkt. Wir begleiten die junge Lisavet in der einer sehr schwierigen Zeit. Danach springen wir kurz weiter und begegnen Amelia. Beide Stränge sind ganz unterschiedlich, haben aber den Bezug zu einer bestimmten, magischen Bibliothek gemeinsam. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn nach dem ersten Kapitel habe ich zunächst infrage gestellt, ob es vielleicht nur eine Flucht im Geiste vor den Nazis sein könnte. Aber da die gewisse Elemente in den Zeiten beider Protagonistinnen existieren, scheint dem nicht so zu sein. In diesem Buch treffen Realität und phantastische Elemente aufeinander. Es wird mit den Zeitebenen gespielt und wie in so vielen Geschichten, in denen mit der Zeit gespielt hat, entstehen an der ein oder anderen Stelle Logiklücken.
Leider hat mich die Geschichte nach dem vielversprechenden Beginn nicht so richtig gepackt. Ja, sie ist gut geschrieben und ich finde die ganze Zeithütersache auch nach wie vor sehr faszinierend. Aber irgendwie dümpelt die Erzählung manchmal auch sehr vor sich hin.
Vielleicht muss man die richtige Zeit für dieses Buch erwischen. Grundsätzlich ist es sehr besonders, bringt wichtige Elemente mit ein und wirft die Frage auf, an was wir uns erinnern und wer eigentlich die Geschichte schreibt, die wir irgendwann unseren Kindern erzählen werden.
Fazit:
Ein Buch, das anspruchsvoller ist, als man vermutet und auf eine besondere Art und Weise vermittelt, warum es wichtig ist, sich zu erinnern.
„Das Buch der verlorenen Stunden“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Hayley Gelfuso. Der Roman ist im November 2025 bei dtv erschienen und richtet sich an eine erwachsene Leserschaft. Er hat 480 Seiten und ist optisch sehr aufwändig gestaltet.
Inhalt:
„Keine Geschichte ist so kraftvoll wie unsere Erinnerung
An einem schicksalhaften Abend ändert sich für die junge Lisavet alles. Um ihr Leben zu retten, versteckt ihr Vater, ein bekannter Uhrmacher, sie in einer riesigen Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert und in der alle menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Nur wenige wissen von diesem besonderen Ort und Zeithüter entscheiden darüber, welche Erinnerungen an die Vergangenheit erhalten oder unwiederbringlich ausgelöscht werden.
Wer bestimmt, woran wir uns erinnern?
»Die Vergangenheit hält uns den Spiegel vor. Sie erklärt, wer wir waren und wie wir so geworden sind. Manchen Leuten gefällt nicht, was sie in ihren Spiegelbildern zu sehen bekommen, also ändern sie es, indem sie Erinnerungen für alle Welt auslöschen. Indem sie Menschen auslöschen.«
Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet, die Erinnerungen, die die Welt vergessen soll, in ihrem eigenen Buch zu sammeln.
Eines Abends folgte sie einem Zeithüter in sicherem Abstand und entdeckte, wonach sie gesucht hatte. Die Erinnerung in seinen Händen war ein extrem dicker Band, der zu einem mindestens Hundertjährigen gehören musste. Statt das Buch in einem Stück zu verbrennen, löste der Zeithüter den blauen Ledereinband ab und legte ihn beiseite. Dann zündete er die Seiten an und Lisavet fiel auf, mit welcher Gleichgültigkeit er diese Aufgabe verrichtete. Offenbar jemand, der nur Befehle ausführte und den das Ergebnis nicht kümmerte. Im Nu verschwand er wieder, ohne seine Tat bis zum Ende zu beaufsichtigen, und Lisavet sprang hervor, um das Buch zu retten.
Bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft, der zu ihrem einzigen Halt wird.
Kann die Liebe uns vor dem Schlimmsten bewahren?
Was folgt, wird nicht nur die beiden, sondern auch den Lauf der Geschichte für immer verändern ...“ (Quelle: dtv)
Meine Meinung:
Erst einmal würde ich gerne die schöne optische Gestaltung des Buches hervorheben. Gefällt mir wirklich gut, vor allem auch die Details, die sich unter dem Schutzumschlag verbergen. Ich finde, dass man dadurch das Gefühl hat, ein magisches Buch in Händen zu halten. Man erblickt es im Buchladen sogleich und es sticht hervor unter vielen ewig gleich erscheinenden Büchern.
Dieses Gefühl wird durch die ersten Kapitel des Buches zunächst verstärkt. Wir begleiten die junge Lisavet in der einer sehr schwierigen Zeit. Danach springen wir kurz weiter und begegnen Amelia. Beide Stränge sind ganz unterschiedlich, haben aber den Bezug zu einer bestimmten, magischen Bibliothek gemeinsam. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn nach dem ersten Kapitel habe ich zunächst infrage gestellt, ob es vielleicht nur eine Flucht im Geiste vor den Nazis sein könnte. Aber da die gewisse Elemente in den Zeiten beider Protagonistinnen existieren, scheint dem nicht so zu sein. In diesem Buch treffen Realität und phantastische Elemente aufeinander. Es wird mit den Zeitebenen gespielt und wie in so vielen Geschichten, in denen mit der Zeit gespielt hat, entstehen an der ein oder anderen Stelle Logiklücken.
Leider hat mich die Geschichte nach dem vielversprechenden Beginn nicht so richtig gepackt. Ja, sie ist gut geschrieben und ich finde die ganze Zeithütersache auch nach wie vor sehr faszinierend. Aber irgendwie dümpelt die Erzählung manchmal auch sehr vor sich hin.
Vielleicht muss man die richtige Zeit für dieses Buch erwischen. Grundsätzlich ist es sehr besonders, bringt wichtige Elemente mit ein und wirft die Frage auf, an was wir uns erinnern und wer eigentlich die Geschichte schreibt, die wir irgendwann unseren Kindern erzählen werden.
Fazit:
Ein Buch, das anspruchsvoller ist, als man vermutet und auf eine besondere Art und Weise vermittelt, warum es wichtig ist, sich zu erinnern.