Düsteres Märchen mit starker Welt

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silawicker Avatar

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Das Dreizehnte Kind beginnt mit einer märchenhaft-düsteren Atmosphäre, die sofort neugierig macht. Die Götterwelt ist kreativ und klar aufgebaut. Auch der Schreibstil ist angenehm flüssig und stellenweise poetisch, sodass man gut in die Geschichte hineinfindet.
Hazels schwierige Kindheit und ihr Schicksal als dreizehntes Kind bieten einen starken, emotionalen Einstieg. Dennoch blieb sie für mich als Figur oft etwas distanziert, und auch Prinz Leopold konnte mich mit seiner „Prince Charming“-Art nicht vollständig überzeugen. Die Slow-Burn-Romance ist eher sanft und zurückhaltend, aber ohne große emotionale Wucht.
Inhaltlich hat mich die erste Hälfte deutlich stärker abgeholt als die zweite. Einige Passagen geraten zu ausführlich, wodurch sich Längen einschleichen. Die düstere Grundstimmung – stark geprägt von Krankheit, Krieg und Tod – ist atmosphärisch dicht, kann aber auf Dauer etwas schwer wirken. Gleichzeitig gibt es viele spannende und emotionale Momente, die die Geschichte tragen.
Auch die Beziehung zwischen Hazel und ihrem Patenonkel, dem Todesgott, ist interessant. Er ist mächtig und gleichzeitig fehlerhaft; seine Verbindung zu Hazel ist komplex und verleiht dem Buch zusätzliche Tiefe, auch wenn sie nicht immer leicht zu greifen ist.
Insgesamt bietet Das Dreizehnte Kind eine starke Welt, eine faszinierende Mythologie und eine dichte Atmosphäre, bleibt aber erzählerisch nicht durchgehend packend. Für mich ein gutes, aber nicht herausragendes Fantasybuch – daher solide 3 von 5 Sternen.