Gut, aber anfangs etwas langatmig

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ynnas91 Avatar

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„Das Dreizehnte Kind“ von Erin A. Craig ist ein düster-märchenhaftes Fantasybuch, das mich von Anfang an durch seine Atmosphäre und die besondere Grundidee überzeugt hat. Die Geschichte rund um Hazel, das dreizehnte Kind einer verfluchten Familie, verbindet klassische Märchenelemente mit dunkler Magie, Schicksal und einer Prise Romantik.
Mir hat besonders der bildhafte und atmosphärische Stil der Autorin gefallen. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich mitten in dieser unheimlich-schönen Welt wieder, ein hervorragendes Setting!
Auch Hazel als Hauptfigur fand ich sehr interessant. Sie ist nicht die klassische Heldin, sondern jemand, der mit Angst, Verantwortung und Schuld zu kämpfen hat. Gerade das macht sie so greifbar. Ihre Entwicklung im Laufe des Buches hat mir sehr gut gefallen.
Die Nebenfiguren sind solide ausgearbeitet, auch wenn manche etwas blass bleiben.
Der Hauptkritikpunkt ist das Tempo: Der Anfang zieht sich extrem. Auf den ersten zweihundert Seiten passiert kaum etwas, stattdessen wird Hazels Vergangenheit und die schwierigen Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen ist, in jedem belanglosen Detail erzählt. Nach dem ersten Drittel nimmt die Handlung dann aber endlich an Fahrt auf, und ab da wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Besonders hervorheben möchte ich auch das wunderschöne Buchdesign. Das Cover und der Farbschnitt sind ein echter Blickfang und passen perfekt zur leicht unheimlichen Stimmung des Romans.
Insgesamt ist „Das Dreizehnte Kind“ ein wirklich gelungenes Buch für alle, die düstere Märchen mögen. Es ist nicht perfekt aufgrund der Längen und vorhersehbaren Momente, aber die dichte Atmosphäre, die emotionale Tiefe und die eindrucksvolle Hauptfigur machen das wett.