Das dunkle Herz der Welt

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gelinde Avatar

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Das dunkle Herz der Welt, von Liliana le Hingrat, erschienen beim Knaur Verlag.

Cover:
Mit seiner roten Farbe und dem erhabenen Druck, ein echter Hingucker und Handschmeichler. Der Drachen weißt schon mal auf den wichtigen und auserlesenen Orden der Drachenritter hin.

Inhalt:
Die Geschichte Europas im 15. Jahrhundert. Ein Kontinent der durch religiöse Kämpfe und politische Intrigen zerrissen und von den Türken von außen bedroht wurde.
Jeder kämpft um seine eigenen Interessen um seinen eigenen Thron.
Als dann die Liebe zu einer Frau aus Freunden Feinde werden lässt, nimmt das
Schicksal seinen unabwendbaren Verlauf.
Können aus Vladislav Basarab Draco und János Hunyadi wieder Freunde werden?

Meine Meinung:
Ein sehr guter Einstieg in die Geschichte erleichtert es uns die Personen kennen zu lernen.
Nach und nach befinden wir uns dann immer mehr auf einer Achterbahn, es wird ein einziges auf und ab, hin und her, sowohl im Krieg und in den Machtverhältnissen wie auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen und Bündnissen. Heute hier eine Intrige, morgen genau dagegen, Verträge werden geschlossen und wieder gebrochen. Auf der einen Seite zählen Blutsbande auf der anderen Seite wird innerhalb der Familie um den Thron gekämpft, bis zum Tod.
Die beiden Haupt –Protagonisten (erst Freunde dann Gegner) sind beide sympathisch und menschlich. Sie sind sehr weise und immer wieder sehr einsichtig und menschlich, um dann doch wieder unnachgiebig, hinterhältig, gemein und grausam zu handeln.
Die damalige Zeit war sehr zerrissen und mit Kriegen angefüllt. So frage ich mich manchmal, gab es überhaupt Tage ohne Krieg, wo kamen überhaupt die vielen Menschen her bei den vielen Niederlagen und Toten – auf beiden Seiten?
Der Schreibstil ist sehr flüssig und zeugt von einem unglaublichen geschichtlichen Hintergrundwissen. Im ganzen Buch gab es keinen einzigen Moment von Stillstand. Auch werden brutale Szenen, wie Folter und Kerkerhaft nicht ausgiebig und bis in Detail beschrieben, um die ganze Grausamkeit zu erahnen, reichen auch die Andeutungen (dafür bin ich dankbar).

Interessant ist, dass Vladislav Basarab Draco, der Vater von dem uns als „Graf Dracula“ bekanntgewordenen Vladislav Draculea, auch schon ein unglaubliches Leben hatte. Mich haben diese Details unglaublich überrascht.

Was ich auch noch toll fand, vorn und hinten im Buch sind Karten von der beschriebenen Zeit, so konnte ich mich immer wieder ein bisschen orientieren.

Mein Fazit:
Ein wahres Epos über diese Zeit, sehr gut erzählt.
Von mir 4 Sterne.