Leise, atmosphärisch und voller Familiengeheimnisse

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
barbaram Avatar

Von

„Das Flüstern der Marsch“ von Katja Keweritsch hat mir sehr gut gefallen. Schon der Titel klingt geheimnisvoll und passt wunderbar zur Stimmung des Buches. Die Marsch, das weite Land, das reetgedeckte Haus und die besondere Atmosphäre haben mich direkt angesprochen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst dort zu stehen, den Wind zu spüren und zu ahnen, dass in dieser Familie einiges unausgesprochen geblieben ist. Besonders gefallen hat mir, wie Katja Keweritsch die Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt. Nach und nach wird deutlich, wie sehr Schweigen, alte Verletzungen und unausgesprochene Wahrheiten das Leben einer Familie prägen können. Die Geschichte ist eher ruhig erzählt, aber gerade das passt für mich sehr gut zum Buch. Es ist kein Roman, der mit lauten Effekten arbeitet, sondern einer, der langsam seine Wirkung entfaltet. Die Figuren wirken menschlich und glaubwürdig. Man merkt, dass jede von ihnen ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Verletzungen und ihre eigene Sicht auf die Vergangenheit mitbringt. Besonders spannend fand ich, wie sich die einzelnen Zusammenhänge nach und nach erschließen. Dabei geht es nicht nur um ein Familiengeheimnis, sondern auch darum, wie Erinnerungen weitergegeben, verdrängt oder verschwiegen werden.
Für mich ist „Das Flüstern der Marsch“ ein stimmungsvoller und berührender Roman über Familie, Vergangenheit, Schweigen und die Frage, was unausgesprochene Geschichten mit den nächsten Generationen machen. Ein leises, atmosphärisches Buch.