Starke Grundidee

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saskia02 Avatar

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Ich bin mit großen Erwartungen an Das Ganymed-Fragment herangegangen, weil mich die Grundidee sofort angesprochen hat. Die Verbindung aus Science-Fiction, Mythos, Antike und Fragen nach Identität klang sehr vielversprechend. Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen.

Die Geschichte spielt im Jahr 2225. Auf der Raumstation Ceres lebt Alan Bishop, ein heruntergekommener Ermittler, der selbst Teil der kaputten Welt ist, in der er Verbrechen aufklärt. Ceres war früher ein Ort der Hoffnung, ist inzwischen aber ein korrupter, dunkler Ort geworden, eine Art Ghetto im All, von dem viele Menschen eigentlich fliehen wollten. Alan bekommt den Auftrag, nach Ganymed zu reisen, um den mysteriösen Tod eines Minenarbeiters zu untersuchen. Dabei stößt er auf ein außerirdisches Artefakt, das eine wichtige Rolle spielt.

Die Grundidee und das Setting fand ich stark. Auch die Figur Alan Bishop konnte ich mir gut vorstellen, und seine Gedanken und seine Art zu handeln waren für mich nachvollziehbar.
Trotzdem hatte ich Schwierigkeiten dem Buch konstant zu folgen. Der Schreibstil ist oft sehr anspruchsvoll und wirkt stellenweise überladen. Viele Sätze sind kompliziert formuliert, sodass ich sie mehrfach lesen musste, um ihren Sinn zu verstehen. Dadurch wurde mein Lesefluss immer wieder unterbrochen.
Auch inhaltlich blieb vieles eher angedeutet als klar erzählt. Die Mischung aus erzählender Handlung, essayhaften Passagen und wissenschaftlich-technischen Beschreibungen empfand ich als sprunghaft. Besonders die vielen technischen Details und Beschreibungen der Umgebung haben den spannenden Ermittlungsplot immer wieder ausgebremst.
Generell hätte ich mir eine klarere Linie und mehr emotionale Tiefe gewünscht, Momente, die mich wirklich mitnehmen.

Mein Fazit: Das Ganymed-Fragment hat eine starke Idee, ein interessantes Zukunftsszenario und einen grundsätzlich spannenden Protagonisten. Für mich war das Buch jedoch zu anstrengend zu lesen und emotional zu wenig greifbar.