Elefantastisch

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bookworm72 Avatar

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„Das Geschenk“ knüpft nahtlos an den wunderbaren Erstlingsroman „Trophäe“ der belgischen Schriftstellerin Gaea Schoeters an. Die kurze Geschichte über den einen oder anderen Elefanten, den Botswana nach Deutschland als kleines Dankeschön nach Deutschland sendet, ist überraschend, kurzweilig und hallt lange nach.
Genauer gesagt sind es 20.000 Dickhäuter, die der Präsident aus Botswana schickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den wirtschaftlich darbenden Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. Die Elefanten bringen nicht nur das Leben des Bundeskanzlers Winkler gehörig durcheinander, der sich mitten im Wahlkampf befindet. Er möchte die Elefanten ebenso schützen wie die Bevölkerung vor unliebsamen Begegnungen. Also passiert, was passieren muss: Ein Krisenstab muss her, am Ende soll eine Ministerin für Elefantenangelegenheiten retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist.
Das Buch ist glänzend recherchiert. Die Beschreibungen des Politikbetriebes, einschließlich des Auftauchens rechtspopulistischer Strömungen, sind realitätsnah. Selbst Hertha BSC und der Glaselefant am Maximilianpark in Hamm tauchen am Rande auf.
In „Das Geschenk“ setzt sich die Autorin erneut mit der Frage auseinander, wie die Europäer heute auf die von ihnen mitverantworteten Probleme auf dem afrikanischen Kontinent blicken. Darüber hinaus liefert sie einen Zustandsbericht über unsere Demokratie, bei dem einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.