Ungewöhnlich, aber sehr gelungen

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werner1966 Avatar

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Ich bin beim Lesen von „Das Geschenk“ wirklich überrascht worden – sowohl vom Thema als auch von der Art, wie es erzählt wird. Die Geschichte beginnt mit einer ziemlich absurden, aber gleichzeitig faszinierenden Idee: Botswana „schenkt“ Deutschland 20 000 Elefanten – als Antwort auf ein europäisches Verbot für die Einfuhr von Jagdtrophäen. Plötzlich sind die Tiere überall: in Berliner Parks, auf Straßen, in der Spree. Und die Regierung steht hilflos davor.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie Gaea Schoeters es schafft, aus dieser scheinbar schrägen Ausgangslage eine tiefgründige, politische Satire zu machen. Es geht nicht nur um Tiere oder Umweltschutz, sondern um große Fragen: Wie geht Europa mit seiner kolonialen Vergangenheit um? Wer trägt Verantwortung für globale Probleme? Und wie schnell kommt Politik an ihre Grenzen, wenn plötzlich nicht mehr alles kontrollierbar ist?

Die Sprache ist klar, manchmal fast nüchtern, aber gerade das macht die Wirkung so stark. Es wird nichts übererklärt – vieles bleibt zwischen den Zeilen, und das hat mir gut gefallen. Gleichzeitig gibt es viele kluge, oft auch ironische Beobachtungen über unsere Gesellschaft, unsere Moral und unsere politischen Reflexe.

Am Ende hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht. Es ist nicht schwer zu lesen, aber inhaltlich herausfordernd – im besten Sinne. Ich fand es originell, scharfsinnig und mutig.

Mein Fazit:
Ein ungewöhnlicher, aber sehr gelungener Roman, der sich mit aktueller Politik, Globalisierung und Verantwortung beschäftigt – spannend, provokant und definitiv lesenswert.