Ein packender, hochaktueller Thriller mit kleinen Schwächen

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doroko Avatar

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Mit „Das Gesetz der Elite“ liefert Sandrone Dazieri einen weiteren spannenden Fall für das ungewöhnliche Ermittlerduo Colomba Caselli und Dante Torre. Wer die beiden bereits kennt, weiß, dass hier keine klassischen Krimifiguren am Werk sind. Beide tragen ihre seelischen Narben mit sich herum, was sie umso interessanter macht.
Der Einstieg hat mich sofort gepackt: Der Ex-Fußballstar und Milliardär Jesús Martínez wird erfroren in einer luxuriösen Kryosauna mitten in Mailand aufgefunden. Was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als der Auftakt einer perfiden Mordserie an den Superreichen der Welt. Begleitet von dem im Netz kursierenden Slogan „T*tet die Reichen“, stürzen sich die traumatisierte Ex-Polizistin Colomba und der geniale, aber paranoide Dante in ein Netz aus Verschwörungen, Hightech-Überwachung und globaler Machtgier.
Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel zwischen Colomba und Dante. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten ergänzen sich hervorragend und sorgen immer wieder für eine interessante Dynamik. Auch die düstere Atmosphäre und die vielen Wendungen machen den Roman zu einem echten Pageturner. Ebenso wie der flüssige Schreibstil, welcher sich gut lesen lässt.
Warum trotzdem ein Stern fehlt? Manchmal wirkt die Handlung, gerade im Mittelteil, etwas überladen. Hier verliert sich die Story in zahlreiche Figuren, verschachtelten Nebensträngen und technologischen Details, was dem ansonsten hohen Tempo ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Dadurch musste ich gelegentlich innehalten, um den Überblick zu behalten. Einige Passagen hätten für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können. Auch das Finale wirkte auf den letzten Seiten fast ein bisschen zu überstürzt im Vergleich zum langsamen Aufbau davor.
Insgesamt ist „Das Gesetz der Elite“ aber ein cleverer, moderner und hochgradig spannender Thriller, der perfekt in unsere heutige Zeit passt. Wer komplexe Verschwörungen und kaputte, aber brillante Ermittlerfiguren liebt, kommt an diesem Buch einfach nicht vorbei. Knappe, aber absolut verdiente 4 von 5 Sternen!