Reichtum, Rätsel & Reizüberflutung
„Das Gesetz der Elite“ von Sandrone Dazieri, gesprochen von Patrick Imhof (Audiobook), ist bei HarperCollins Hamburg erschienen (Übersetzung: Thomas Stauder) und startet als Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die sich tief in Macht, Reichtum und gesellschaftliche Abgründe gräbt.
Worum gehts?
Im Zentrum steht ein rätselhafter Mord in einem gläsernen Luxus-Wolkenkratzer in Mailand: Ein Ex-Fußballstar wird tot in einer Kryosauna gefunden. Gleichzeitig verbreitet sich im Netz ein gefährlicher Slogan: „Tötet die Reichen“. Colomba Caselli und Dante Torre ermitteln in einer Welt, in der Überwachung Alltag ist und Wahrheit zur Ware wird.
Meine Meinung
Was mich sofort angesprochen hat, war die Grundidee: gesellschaftskritischer Thriller trifft High-Tech-Verschwörung. Besonders der Satz „Die Spur führt in die Welt der Mächtigen, wo Überwachung Alltag ist, aber Wahrheit Luxus“ (Verlagsinfo) trifft genau diesen Nerv. Auch die düstere Atmosphäre und das Setting zwischen Luxus, Kontrolle und digitaler Bedrohung sind stark angelegt.
Gleichzeitig hatte ich aber Schwierigkeiten, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Trotz vieler Ereignisse blieb die Spannung für mich nicht konstant greifbar. Immer wieder gab es starke Momente, die aber schnell wieder abflachten. Das führte dazu, dass ich den roten Faden stellenweise verloren habe. Auch die Figuren haben mich nicht vollständig erreicht. Besonders bei einer Ermittlerreihe ist mir eine emotionale Bindung wichtig – hier blieben Colomba und Dante für mich eher auf Distanz, obwohl ihr Zusammenspiel grundsätzlich spannend angelegt ist. Problematisch war für mich auch die Komplexität: viele Namen, viele Stränge, viele Ebenen. Das führte eher zu Orientierungslosigkeit als zu Spannung. Die Idee eines „Rächer-gegen-die-Elite“-Narrativs hat zwar Potenzial, wirkt aber in der Umsetzung teilweise konstruiert.
Trotzdem gibt es Aspekte, die hängen bleiben: die gesellschaftskritische Schärfe, das moderne Setting und einzelne actionreiche Szenen, die kurzzeitig wirklich fesseln konnten. Besonders die Grundfrage, ob Reichtum Schutz oder Zielscheibe ist, finde ich nach wie vor eine spannende Ausgangsfrage.
Fazit
„Das Gesetz der Elite“ ist ein ambitionierter Thriller mit starker Idee und aktueller Relevanz, der mich emotional aber nicht vollständig abgeholt hat. Zu komplex, zu distanziert, aber mit guten Ansätzen und einem spannenden Setting. Für alle, die vielschichtige Gesellschaftsthriller mögen und sich gern durch ein dichtes Figuren- und Themennetz arbeiten. Für mich persönlich blieb es eher ein zwiespältiger Auftakt.
Danke an netgalley.de und HarperCollins für das Hörbuch-Rezensionsexemplar.
Worum gehts?
Im Zentrum steht ein rätselhafter Mord in einem gläsernen Luxus-Wolkenkratzer in Mailand: Ein Ex-Fußballstar wird tot in einer Kryosauna gefunden. Gleichzeitig verbreitet sich im Netz ein gefährlicher Slogan: „Tötet die Reichen“. Colomba Caselli und Dante Torre ermitteln in einer Welt, in der Überwachung Alltag ist und Wahrheit zur Ware wird.
Meine Meinung
Was mich sofort angesprochen hat, war die Grundidee: gesellschaftskritischer Thriller trifft High-Tech-Verschwörung. Besonders der Satz „Die Spur führt in die Welt der Mächtigen, wo Überwachung Alltag ist, aber Wahrheit Luxus“ (Verlagsinfo) trifft genau diesen Nerv. Auch die düstere Atmosphäre und das Setting zwischen Luxus, Kontrolle und digitaler Bedrohung sind stark angelegt.
Gleichzeitig hatte ich aber Schwierigkeiten, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Trotz vieler Ereignisse blieb die Spannung für mich nicht konstant greifbar. Immer wieder gab es starke Momente, die aber schnell wieder abflachten. Das führte dazu, dass ich den roten Faden stellenweise verloren habe. Auch die Figuren haben mich nicht vollständig erreicht. Besonders bei einer Ermittlerreihe ist mir eine emotionale Bindung wichtig – hier blieben Colomba und Dante für mich eher auf Distanz, obwohl ihr Zusammenspiel grundsätzlich spannend angelegt ist. Problematisch war für mich auch die Komplexität: viele Namen, viele Stränge, viele Ebenen. Das führte eher zu Orientierungslosigkeit als zu Spannung. Die Idee eines „Rächer-gegen-die-Elite“-Narrativs hat zwar Potenzial, wirkt aber in der Umsetzung teilweise konstruiert.
Trotzdem gibt es Aspekte, die hängen bleiben: die gesellschaftskritische Schärfe, das moderne Setting und einzelne actionreiche Szenen, die kurzzeitig wirklich fesseln konnten. Besonders die Grundfrage, ob Reichtum Schutz oder Zielscheibe ist, finde ich nach wie vor eine spannende Ausgangsfrage.
Fazit
„Das Gesetz der Elite“ ist ein ambitionierter Thriller mit starker Idee und aktueller Relevanz, der mich emotional aber nicht vollständig abgeholt hat. Zu komplex, zu distanziert, aber mit guten Ansätzen und einem spannenden Setting. Für alle, die vielschichtige Gesellschaftsthriller mögen und sich gern durch ein dichtes Figuren- und Themennetz arbeiten. Für mich persönlich blieb es eher ein zwiespältiger Auftakt.
Danke an netgalley.de und HarperCollins für das Hörbuch-Rezensionsexemplar.