Solides Buch, wahrscheinlich nicht mein Thema

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
manuel2806 Avatar

Von

„Tötet die Reichen“ klingt nach maximaler Eskalation… und genau mit dieser provokanten Grundidee hat mich „Das Gesetz der Elite“ von Sandrone Dazieri sofort neugierig gemacht 😳💸🔪
Schon der Einstieg rund um den mysteriösen Tod eines Superreichen setzt ein starkes Zeichen und verspricht einen Thriller, der Macht, Reichtum und gesellschaftliche Abgründe in den Fokus rückt. Besonders spannend fand ich dabei den gesellschaftskritischen Ansatz, denn Dazieri greift Themen wie soziale Ungleichheit, Manipulation und Elitenstrukturen auf eine Weise auf, die definitiv zum Nachdenken anregt.
Auch das Ermittlerduo Dante und Colomba bringt wieder eine interessante Dynamik mit. Gerade Dante bleibt durch seine besondere Art und seine moralisch nicht immer klar greifbaren Entscheidungen eine faszinierende Figur, die für mich definitiv zu den stärkeren Aspekten des Buches zählt.
Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass mich die Geschichte nicht durchgehend so packen konnte, wie ich es mir persönlich erhofft hatte. Trotz der starken Grundidee wirkte die Handlung auf mich stellenweise eher komplex und konstruiert als wirklich mitreißend. Vor allem durch die vielen Machtstrukturen, Netzwerke und politischen Ebenen ging für mich manchmal etwas von der unmittelbaren Spannung verloren. Ich habe gemerkt, dass mir stellenweise genau dieser konstante Nervenkitzel gefehlt hat, den ich bei Thrillern besonders liebe.
Das bedeutet aber keineswegs, dass das Buch schlecht ist. Vielmehr ist es für mich eher ein intelligenter, gesellschaftskritischer Thriller, der seinen Fokus stärker auf Macht, Ideologie und Strukturen legt als auf reine Hochspannung. Wer genau solche komplexen Themen mag, könnte hier also deutlich mehr finden als ich persönlich.
Insgesamt ist „Das Gesetz der Elite“ für mich ein durchdachter Thriller mit spannender Thematik und starken Ansätzen, der mich emotional nicht vollständig erreichen konnte. Eine interessante Lektüre, vor allem für Leser:innen, die gesellschaftspolitische Spannung schätzen, auch wenn mir persönlich etwas mehr Sog gefehlt hat.