Spannende Gesellschaftskritik mit kleinen Längen

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In seinem neuen Thriller entführt uns Sandrone Dazieri in die Welt der Superreichen – eine Welt, in der Geld absolute Macht bedeutet, aber plötzlich auch zur Zielscheibe wird.

Darum geht’s:Eine mysteriöse Mordserie erschüttert die Weltspitze. Milliardäre sterben unter bizarren Umständen, während im Netz die Parole „Tötet die Reichen“ die Massen aufstachelt. Das bekannte Ermittler-Duo Colomba Caselli und Dante Torre muss tief in ein Geflecht aus High-Tech, Korruption und globaler Gier eintauchen, um die Hintergründe aufzudecken.

Was mir besonders gefallen hat:Das Buch ist extrem interessant und gesellschaftskritisch. Dazieri zeichnet ein erschreckend realistisches Bild der „0,1 Prozent“ und stellt die Frage, wie viel ein Menschenleben in einem System wert ist, das nur auf Profit basiert. Die Mischung aus moderner Überwachungstechnik und klassischen Verschwörungstheorien macht das Szenario sehr aktuell. Auch die Dynamik zwischen den bereits bekannten Ermittlern ist gewohnt tiefgründig.

Obwohl das Thema packend ist, fehlte mir persönlich das durchgehende Tempo. Stellenweise verliert sich die Geschichte in vielen Details und Nebensträngen, was dazu führte, dass der Lesefluss immer wieder etwas ins Stocken geriet. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest, weil man zwischendurch Zeit braucht, die komplexen Zusammenhänge sacken zu lassen.

Fazit:Ein intelligenter, düsterer Thriller für alle, die mehr als nur flache Action suchen. Wer sich für Machtstrukturen und soziale Kritik interessiert, wird hier bestens bedient. Für die volle Punktzahl war mir das Erzähltempo jedoch etwas zu ungleichmäßig.