Schweres Thema leicht erzählt

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Éric bekommt von einer früheren Klassenkameradin ein berufliches Angebot, das er annimmt. Schon länger hat er das Gefühl, dass ihn sein Beruf nicht mehr ausfüllt. Bald darauf muss er jedoch feststellen, dass er vom Regen in die Traufe gekommen ist, während einer Geschäftsreise in Seoul wird ihm klar, dass es so nicht weitergehen kann. In einem koreanischen Happy Life lernt er das Self-Help-Ritual kennen, spontan lässt er sich darauf ein, die eigene Beerdigung zu erleben. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich bietet er das Ritual anderen Menschen an und das Geschäft läuft sehr gut an.

»Der Augenblick überwältigte ihn, Vergangenheit und Zukunft waren ausgelöscht, es regierte allein das Jetzt.« (Seite 113)

Die eigene Beerdigung zu planen, auszurichten und selbst daran teilzunehmen, das hört sich auf den ersten Blick völlig abwegig an. Das Konzept ist aber gar nicht so ungewöhnlich, zumindest nicht in Südkorea, wo eine Fake-Beerdigung tatsächlich ein weiterverbreiteter Anti-Stress-Trend ist. Ich gebe zu, dass dieser Trend vollkommen an mir vorbeigegangen ist, dennoch finde ich den Gedanken dahinter gar nicht so schlecht. Ob man sich selbst beerdigen muss, um zur Ruhe zu kommen, lassen wir dabei mal außer Acht, denn dies sei jedem Menschen selbst überlassen, besonders in dieser schnelllebigen Zeit.

Insgesamt ein amüsanter und leichter Roman, der das Rad nicht neu erfindet, aber dennoch viele schöne und zum Nachdenken anregende Sätze enthält. Ich habe ihn gerne gelesen.