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mamijojale Avatar

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Die Leseprobe von „Das gute Leben“ hat mich sehr angesprochen. Nadine Schneider erzählt ruhig, klar und unaufgeregt von drei Frauengenerationen, deren Leben von Entbehrungen, Migration und der Suche nach einem besseren Leben geprägt ist. Im Mittelpunkt steht Anni, die in Rumänien ein karges Leben führt und davon träumt, ein „gutes Leben“ anderswo zu finden, sowie ihre Enkelin Christina, die nach Annis Tod in das Haus ihrer Kindheit am Nürnberger Stadtrand zurückkehrt.
Der Text ist stellenweise sperrig, geprägt von innerem Hadern und vielen Gedanken – gerade das macht ihn authentisch und glaubwürdig. Ohne zu belehren, stellt der Roman große Fragen nach Heimat, Herkunft und den eigenen Lebensentwürfen. Besonders gefallen hat mir der ruhige Ton und die ehrliche, alltagsnahe Sprache. Die Nürnberger Schauplätze verleihen der Geschichte zusätzliche Nähe. Eine eindrucksvolle, nachdenkliche Leseprobe, die neugierig auf den weiteren Verlauf macht.