Leise, dicht und emotional ziemlich schwer
Die Leseprobe ist sehr ruhig und stark von inneren Gedanken getragen. Die Hitze, die Landschaft, das Verhältnis zwischen Erzählerin und Anni erzeugen eine dichte, fast erdrückende Stimmung. Nadine Schneider schreibt präzise und bildhaft, nimmt sich viel Zeit für Gefühle, Erinnerungen und Zwischentöne. Gleichzeitig bleibt man als Leserin oft auf Distanz, weil Handlung und Dialoge stark zurückgenommen sind. Man muss sich auf diesen langsamen, ernsten Ton wirklich einlassen. Kein Buch, das einen sofort packt, sondern eines, das eher nachwirkt – für literarisch interessierte Leserinnen, weniger für alle, die Tempo oder klare Entwicklungen suchen.