Wenn Herkunft und Erinnerung nachwirken

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balileyolaf Avatar

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Die Leseprobe von Das gute Leben macht schnell deutlich, dass dieser Roman von Atmosphäre und innerer Bewegung lebt. Die Erzählerin kehrt an einen Ort zurück, der von familiärer Geschichte, Verlust und unausgesprochenen Fragen geprägt ist. Handlung steht dabei weniger im Vordergrund als Erinnerung und Beziehung.

Der Schreibstil ist ruhig, präzise und sehr bildhaft. Landschaft, Hitze und kleine Gesten tragen viel Bedeutung, ohne erklärt zu werden. Besonders die Beziehungen zwischen den Frauen der Familie wirken komplex und glaubwürdig, geprägt von Nähe, Verantwortung und Schweigen. Vergangenheit und Gegenwart greifen dabei selbstverständlich ineinander.

Was mich überzeugt hat, ist die Zurückhaltung des Textes. Das gute Leben entfaltet seine Wirkung leise, über Sprache und Stimmung, und stellt Fragen nach Herkunft und dem, was man unter einem gelungenen Leben versteht.

Ich möchte weiterlesen, weil dieser Roman Tiefe hat und verspricht, lange nachzuwirken.