Ankunft ohne Ankommen
Angekündigt als 4 Generationen Roman, ist es doch vor allem die Geschichte von Anni, der Großmutter von Christina. Mutter und Tochter von Anni bleiben hingegen Randfiguren.
Anni wollte weg aus Rumänien. Wollte dort nicht versauern, gerade jetzt, wo sie schwanger ist. Und so erträumte sie sich ein gutes Leben in Deutschland für sich und ihr Kind. Doch das Ankommen in der Fremde ist schwer, viel schwerer als gedacht, auch wenn ihr Bruder bereits vor Ort ist und sie nicht komplett auf sich allein gestellt ist.
Auf den folgenden Seiten entfaltet sich das Leben von Anni. Mal aus ihrer Perspektive erzählt. Mal aus der Perspektive von Christina und ihren Erinnerungen an Anni. Wobei ich es teilweise irritierend fand, dass zu Beginn eines Kapitels nicht immer klar ist, wessen Sicht hier gerade beschrieben wird. Die Zuordnung dauerte mitunter zu lange und störte meinen Lesefluss.
Die Geschichte wird mit großer Ernsthaftigkeit und spürbarer Schwere erzählt. Sie lebt weniger von Handlung als von Gedanken, Erinnerungen und inneren Bildern. Obwohl man einen umfassenden Einblick in das Leben von Anni erhält, bleibt sie immer auf Distanz. Ihre Zerrissenheit zwischen alter und neuer Heimat wirkt glaubwürdig, doch zugleich erschien sie mir streng, unnahbar und wenig empathisch. Erst nach und nach wird deutlich, wie sehr ihre unerfüllten Träume sie geprägt und verhärtet haben.
Insgesamt wirken alle Familienmitglieder distanziert. Mir als Leser gegenüber, aber auch innerhalb der Familie. Das Mutter-Tochter Verhältnis scheint in allen Generationen schwierig. Es ist von Unausgesprochenem oder gar Abwesenheit geprägt.
Das Buch wirft die interessante Frage auf, was von einem Menschen bleibt. Welche Spuren er hinterlässt und an was wir uns erinnern. Aber die zentrale Frage nach dem guten Leben bleibt unbeantwortet. Hatte Anni ein gutes Leben? Hängt die Antwort vielleicht davon ab, wer sie beantwortet? Ist die Antwort aus Sicht von Anni eine andere als aus Sicht der Enkelin Christina? Darüber hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Und so lässt mich die Geschichte nachdenklich, aber auch etwas unzufrieden zurück.
Anni wollte weg aus Rumänien. Wollte dort nicht versauern, gerade jetzt, wo sie schwanger ist. Und so erträumte sie sich ein gutes Leben in Deutschland für sich und ihr Kind. Doch das Ankommen in der Fremde ist schwer, viel schwerer als gedacht, auch wenn ihr Bruder bereits vor Ort ist und sie nicht komplett auf sich allein gestellt ist.
Auf den folgenden Seiten entfaltet sich das Leben von Anni. Mal aus ihrer Perspektive erzählt. Mal aus der Perspektive von Christina und ihren Erinnerungen an Anni. Wobei ich es teilweise irritierend fand, dass zu Beginn eines Kapitels nicht immer klar ist, wessen Sicht hier gerade beschrieben wird. Die Zuordnung dauerte mitunter zu lange und störte meinen Lesefluss.
Die Geschichte wird mit großer Ernsthaftigkeit und spürbarer Schwere erzählt. Sie lebt weniger von Handlung als von Gedanken, Erinnerungen und inneren Bildern. Obwohl man einen umfassenden Einblick in das Leben von Anni erhält, bleibt sie immer auf Distanz. Ihre Zerrissenheit zwischen alter und neuer Heimat wirkt glaubwürdig, doch zugleich erschien sie mir streng, unnahbar und wenig empathisch. Erst nach und nach wird deutlich, wie sehr ihre unerfüllten Träume sie geprägt und verhärtet haben.
Insgesamt wirken alle Familienmitglieder distanziert. Mir als Leser gegenüber, aber auch innerhalb der Familie. Das Mutter-Tochter Verhältnis scheint in allen Generationen schwierig. Es ist von Unausgesprochenem oder gar Abwesenheit geprägt.
Das Buch wirft die interessante Frage auf, was von einem Menschen bleibt. Welche Spuren er hinterlässt und an was wir uns erinnern. Aber die zentrale Frage nach dem guten Leben bleibt unbeantwortet. Hatte Anni ein gutes Leben? Hängt die Antwort vielleicht davon ab, wer sie beantwortet? Ist die Antwort aus Sicht von Anni eine andere als aus Sicht der Enkelin Christina? Darüber hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Und so lässt mich die Geschichte nachdenklich, aber auch etwas unzufrieden zurück.