Schöne Beobachtungen, aber spannungsarm
"Das gute Leben" ist ein Roman, der in Wechseln von Orten und Zeiten über vier Generationen verläuft. Wie es mir bei Lektüren wie Lebensgeschichten schon häufiger begegnete: Es sind vor allem Generationen von Frauen, die Männer sind früh abwesend, mysteriös abhanden gekommen. Fremd sind sie, wenn sie dann doch mal in Erscheinung treten, fremder fast als die Fremde im Übergang von Rumänien via Österreich nach Deutschland selbst.
Während die Enkelin sich mit dem geerbten Haus der Weltenwechslerin Anni auseinandersetzt, werden Bruchstücke der Vergangenheit wach. Diese Frauenleben scheinen um Lücken herum gebaut zu sein, kleinste Rumpffamilien, unentlastete Nähe, sehnsüchtige Ferne. Und doch finden sie alle irgendwie auch Halt, sogar manchmal aneinander.
Nadine Schneider zeichnet ruhig und zart diese Verhältnisse auf, Bitterkeit scheint nur manchmal durch, aber keine harschen Bewertungen oder Verurteilungen. Das habe ich bei der Lektüre als sehr angenehm empfunden.
Manche Sätze, manche Beobachtungen haben mich beeindruckt. Es ist ein Buch voller Beobachtungen mit gewissenhafter Detailfreude.
Allerdings geht damit jeder Spannnungsbogen verloren. Es gibt keine Tempowechsel und keine Formgebung, das Erzählen mäandert. Dafür war mir das Buch auf jeden Fall zu lang, irgendwann langweilte es mich.
Zu Anfang gefiel es mir und bei stimmiger Entwicklung hätte es bedeutsam werden können, so floß mir der Text weg.
Während die Enkelin sich mit dem geerbten Haus der Weltenwechslerin Anni auseinandersetzt, werden Bruchstücke der Vergangenheit wach. Diese Frauenleben scheinen um Lücken herum gebaut zu sein, kleinste Rumpffamilien, unentlastete Nähe, sehnsüchtige Ferne. Und doch finden sie alle irgendwie auch Halt, sogar manchmal aneinander.
Nadine Schneider zeichnet ruhig und zart diese Verhältnisse auf, Bitterkeit scheint nur manchmal durch, aber keine harschen Bewertungen oder Verurteilungen. Das habe ich bei der Lektüre als sehr angenehm empfunden.
Manche Sätze, manche Beobachtungen haben mich beeindruckt. Es ist ein Buch voller Beobachtungen mit gewissenhafter Detailfreude.
Allerdings geht damit jeder Spannnungsbogen verloren. Es gibt keine Tempowechsel und keine Formgebung, das Erzählen mäandert. Dafür war mir das Buch auf jeden Fall zu lang, irgendwann langweilte es mich.
Zu Anfang gefiel es mir und bei stimmiger Entwicklung hätte es bedeutsam werden können, so floß mir der Text weg.