Wann ist ein Leben gut?

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ada2011 Avatar

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Ich hatte das große Glück, Buch und Hörbuch lesen bzw. hören zu dürfen. Beide haben mir gut bis ehr gut gefallen.
Inka Löwendorf hat den Text gut gesprochen. Hin und wieder hatte ich kurz ein Problem, die jeweilige Zeit sofort mitzubekommen, da das Buch doch immer wieder in den Zeiten springt, mal erzählt über Anni, die Oma der Ich-Erzählerin, mal wird aus Helenes Sicht berichtet und meist erzählt die Protagonistin Christina. Christina ist die Enkeltochter von Anni und die Tochter von Helene.
Alle drei Frauen haben es nicht wirklich leicht und ich hatte den Eindruck, sie machen es sich auch nicht leicht, auch nicht leicht miteinander. Es fallen oft grantige Worte und man geht wenig mitfühlend miteinander um. Hat sie das gute Leben hart gemacht?
Anni flieht schwanger in den 60-ziger Jahren aus Rumänien nach Deutschland. Sie lässt dort ihre Mutter zurück und den Vater des ungeborenen Kindes. Sie kommt bei ihrem Bruder kurzzeitig unter, schafft es dann aber selbstständig zu werden und eine Arbeit beim Versandhaus Quelle zu bekommen. Mir hat die Beschreibung der Arbeitsatmosphäre dort gut gefallen und mit welcher Hochachtung Anni von der Chefin Grete Schickedanz berichtet.
Annis Tochter Helene wächst zwar relativ behütet, aber nicht wirklich geliebt auf. Helene ist es dann auch nicht möglich, sich adäquat um ihre Tochter Christina zu kümmern. Sie wandert nach Florida aus und lässt ihre Tochter bei der Oma. Anni zieht die Enkelin auf.
Nun ist Anni tot und hinterlässt ein Häuschen. Christina soll es erben. Die ganzen Erinnerungen kommen hoch und machen dieses Buch aus.
War es nun ein gutes Leben oder eher ein hartes Leben.
Es lohnt sich zu lesen und, oder zu hören. Die drei Frauen sind gewachsen mit den jeweiligen Anforderungen an sie. Das gute Leben lässt den Leser nachdenken über das Leben und seinen Sinn und macht Mut, etwas zu wagen.