Wann war ein Leben ein Gutes?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
nessaja Avatar

Von


Das gute Leben

Anni ist tot. Die Anni, die als junge Frau schwanger von Rumänien nach Deutschland ging, als Alleinerziehende beim Quelle Versand so viele Jahre gearbeitet hat, sich ein Haus erarbeitet hat. Das ist doch was. Oder was genau macht ein gutes Leben aus?
Geschrieben wurde das Buch von Nadine Schneider. Sie hat bereits die Bücher „Drei Kilometer“ und „Wohin immer ich gehe“ geschrieben. Dies ist allerdings das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.
Erschienen ist das Buch im Fischer Verlag. Es umfasst 303 Seiten und ist eingeteilt in 62 angenehm kurze Kapitel. Abwechselnd wird Annis Geschichte und in der Gegenwart die ihrer Enkelin Christina erzählt.
Insgesamt wird von vier Generationen starker Frauen berichtet: Annis Mutter in Rumänien, Anni, deren Tochter Helene und Christina. Die Männer spielen eine sehr untergeordnete Rolle. Teilweise haben mich die abrupten Wechsel irritiert. Ich war mir nicht immer sicher, ob wir jetzt in Rumänien oder in Nürnberg sind und bei welcher der Frauen. Die ruhige Art mit der Nadine Schneider ihre Geschichte erzählt hat mich sehr fasziniert. Mir erschien vieles sehr gut recherchiert und/oder aus der eigenen Geschichte. Ich konnte den Zeitgeist sehr gut nachempfinden und gerade das für Anni so wichtige Quelle Unternehmen wurde perfekt beschrieben. Ich habe ein paar Mal beim Lesen gestoppt um parallel im Internet über die Familie Schickedanz, das Quelle Gebäude oder das Logo, das ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, zu recherchieren. Gegen Ende war mir aber das Tempo doch etwas arg langsam, da hätte ich mir ein bisschen mehr Handlung gewünscht.
Das Buch macht mich nachdenklich. Es widmet sich ganz eindrücklich dem großen Thema, wann ein Leben ein Gutes war.