Was ist ein gutes Leben?

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Cover und Klappentext von Nadine Schneiders Roman "Das gute Leben" haben mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Beim Lesen des Buchs habe ich eine Weile gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Erzählt wird das Leben von Anni, die als junge Frau aus Rumänien nach Deutschland flieht, um dort ein freieres und besseres Leben zu haben. Ihre Mutter bleibt allein in Rumänien zurück. Zu diesem Zeitpunkt kann Anni sich noch nicht ausmalen, mit welchen Hürden und Schwierigkeiten sie in Deutschland zu kämpfen haben wird. Dennoch gelingt es ihr, sich ein neues Leben aufzubauen. Nun ist Anni tot und ihre Enkeltochter Chrissy, die bei ihr aufgewachsen ist, versucht nun, die Überbleibsel von Annis Leben zu ordnen. Dabei taucht sie immer mehr in die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, sowie ihrer Mutter und Urgroßmutter ein, was ihr letztendlich auch viele Erkenntnisse über ihre eigene Vergangenheit liefert. Diese Geschichte liest sich völlig unspektakulär, sie fließt eher ruhig und gleichmäßig vor sich hin, auch wenn sich immer wieder unerwartete Wendungen ergeben. Trotzdem ist das Buch alles andere als langweilig, sondern es zieht einen als Leser dann doch irgendwie in einen besonderen Sog hinein. Am Ende bleibt dennoch die Frage: hatte Anni denn nun ein gutes Leben? Wie würde sie diese Frage für sich selbst beantworten? Ein Buch, das sich mit zentralen Themen des Lebens wie Sehnsüchten, Beziehungen und Vertrauen beschäftigt. Und daher, auch wenn es zu Ende gelesen ist, noch eine ganze Weile nachhallt und im Gedächtnis bleibt.