bissig, ironisch, unmoralisch: ein Roman über Rache
Dieser Roman ist in England im Milieu gut situierter Londoner Großstädter angesiedelt. Auf der einen Seite das Ehepaar Kate und Jack, beide Mitte bis Ende fünfzig, auf der anderen Seite Phoebe, TV-Serienschreiberin, und ihr Lebensgefährte Tony, beide um die dreißig. Kate, deren Ehemann plötzlich verstorben ist, entdeckt, dass ihr Eheleben in einer Netflix-Serie gründlich ausgebreitet wird. Geschrieben hat die sehr erfolgreiche Serie die junge Phoebe.
Jeweils in der Ich-Form erzählen Kate und Phoebe in relativ kurzen Kapiteln, unterbrochen von Szenenausschnitten aus der Serie.
Kate, die glaubte, eine gute Ehe zu führen, muß in der Serie erfahren, dass ihr Mann Jack wohl eine junge Geliebte hatte, wobei Intimitäten aus ihrem Eheleben zu Tage treten, die nur Kate und Jack wissen konnten. Wie nun konnte die Urheberin der Serie derart intimste Dinge aus dem Mikrokosmos der Ehe von Kate und Jack erfahren ? Kate, die noch um Jack trauert, fällt in ein tiefes emotionales Loch, ihr ganzes bisheriges Leben ist in Frage gestellt. Phoebe ihrerseits hat ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Mutter.
Sowohl Kate als auch Phoebe nehmen in den Schilderungen ihrer Vergangenheit und ihrer gegenwärtigen Lebenssituation kein Blatt vor den Mund. Äußerst herablassend werden Freunde, Verwandte und Lebensgefährten beschrieben. Das ist teilweise durchaus entlarvend, was die Doppelmoral und die Arroganz der beiden Frauen anbelangt, zeigt aber auch die Armseligkeit und Selbstverkurvtheit der beiden, die es nicht schaffen, ihr Leben als das zu nehmen was es ist, nämlich eigentlich lebenswert.
Aus einer inneren Verletztheit heraus werden beide allein von Rachegelüsten getrieben. Das ist richtig bösartig und führt in keinster Weise zu Reue oder Mitgefühl für die Opfer. Der Autor schreibt unterhaltsam mit bissig ironischem Unterton, das Lachen bleibt dem Leser im Halse stecken. Die Kritik an dieser sich ihrer Privilegien nicht bewußten Gesellschaftsschicht ist offensichtlich. Social media, Streamingdienste wie netflix, smarte virtuelle Hausautomationssysteme und Kryptowährungen werden thematisiert, wie auch die Abgehobenheit der hier geschilderten Gesellschaftsschicht, ihr nobler Kleidungsstil, ihre architektonisch extravagant gestalteten Häuser, ihre exklusiven Kochkünste. Eine Abrechnung zwischen Boomern und Millenials, wie im Klappentext angedeutet, konnte ich im Roman jedoch nicht verorten.
Es ist vielmehr eine düster-vergnügliche Rachegeschichte, die sich bis zum Schluß spannend liest. Allerdings hat mir Alexandre Dumas Klassiker, Der Graf von Monte Christo, mit seinem deutlich versöhnlicheren Ende, doch besser gefallen. Ich vergebe vier Sterne.
Jeweils in der Ich-Form erzählen Kate und Phoebe in relativ kurzen Kapiteln, unterbrochen von Szenenausschnitten aus der Serie.
Kate, die glaubte, eine gute Ehe zu führen, muß in der Serie erfahren, dass ihr Mann Jack wohl eine junge Geliebte hatte, wobei Intimitäten aus ihrem Eheleben zu Tage treten, die nur Kate und Jack wissen konnten. Wie nun konnte die Urheberin der Serie derart intimste Dinge aus dem Mikrokosmos der Ehe von Kate und Jack erfahren ? Kate, die noch um Jack trauert, fällt in ein tiefes emotionales Loch, ihr ganzes bisheriges Leben ist in Frage gestellt. Phoebe ihrerseits hat ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Mutter.
Sowohl Kate als auch Phoebe nehmen in den Schilderungen ihrer Vergangenheit und ihrer gegenwärtigen Lebenssituation kein Blatt vor den Mund. Äußerst herablassend werden Freunde, Verwandte und Lebensgefährten beschrieben. Das ist teilweise durchaus entlarvend, was die Doppelmoral und die Arroganz der beiden Frauen anbelangt, zeigt aber auch die Armseligkeit und Selbstverkurvtheit der beiden, die es nicht schaffen, ihr Leben als das zu nehmen was es ist, nämlich eigentlich lebenswert.
Aus einer inneren Verletztheit heraus werden beide allein von Rachegelüsten getrieben. Das ist richtig bösartig und führt in keinster Weise zu Reue oder Mitgefühl für die Opfer. Der Autor schreibt unterhaltsam mit bissig ironischem Unterton, das Lachen bleibt dem Leser im Halse stecken. Die Kritik an dieser sich ihrer Privilegien nicht bewußten Gesellschaftsschicht ist offensichtlich. Social media, Streamingdienste wie netflix, smarte virtuelle Hausautomationssysteme und Kryptowährungen werden thematisiert, wie auch die Abgehobenheit der hier geschilderten Gesellschaftsschicht, ihr nobler Kleidungsstil, ihre architektonisch extravagant gestalteten Häuser, ihre exklusiven Kochkünste. Eine Abrechnung zwischen Boomern und Millenials, wie im Klappentext angedeutet, konnte ich im Roman jedoch nicht verorten.
Es ist vielmehr eine düster-vergnügliche Rachegeschichte, die sich bis zum Schluß spannend liest. Allerdings hat mir Alexandre Dumas Klassiker, Der Graf von Monte Christo, mit seinem deutlich versöhnlicheren Ende, doch besser gefallen. Ich vergebe vier Sterne.