Bitterböse und genial

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readaholic Avatar

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Kate und der erfolgreiche Architekt Jack führen eine glückliche Ehe. Sie haben einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, werden zu Dinnerpartys eingeladen und sind finanziell gut gestellt. Als Jack plötzlich stirbt, bricht für Kate eine Welt zusammen. Wer ist sie ohne ihn? Doch der größere Schock kommt wenig später, als auf Netflix eine neue, äußerst erfolgreiche Serie, „Betrug“, ausgestrahlt wird, in der ihr Leben mit Jack gezeigt wird. Kleine, private Redewendungen, Hintergründe zu ihren sexuellen Vorlieben, alles wird in „Betrug“ beleuchtet. Wie ist das möglich? Hatte Jack in all den Jahren eine Geliebte, der er ihre privatesten Geheimnisse anvertraut hat? Kate ist am Boden zerstört. Sie kann mit niemandem darüber reden, außer mit einem Therapeuten, bei dem sie Hilfe sucht. Als ihr klar wird, was passiert sein muss, beschließt sie, sich an der Drehbuchautorin der Serie, Phoebe Mull, zu rächen…
Für mich ist „Das habe ich wegen dir getan“ ein Highlight. Ich mag John Lanchesters Schreibstil sehr, er ist witzig, ironisch und intelligent. Der Plot ist gut ausgearbeitet und überrascht immer wieder von Neuem. Die Geschichte wird abwechselnd aus Kates und Phoebes Sicht geschildert. Während man am Anfang Kate bedauert, die öffentlich bloßgestellt wird und sich nicht dagegen wehren kann, ohne ihre Identität preiszugeben, nimmt die Sympathie für sie, jedenfalls für mich, mit der Zeit deutlich ab, als klar wird, zu welchen Mitteln sie greift, um sich zu rächen. Der Autor überlässt es dem Leser, darüber zu urteilen, was moralisch gerechtfertigt und vertretbar ist und was nicht. Ich konnte „Das habe ich wegen dir getan“ kaum aus der Hand legen. Absolute Leseempfehlung für diese bitterbösen, aber genialen Roman!