Bittersüße Rache

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
lesefastalles Avatar

Von

„Das habe ich wegen dir getan“ von John Lanchester ist das eindringliche Porträt einer psychologischen Kriegsführung, das seinesgleichen sucht.
Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptprotagonistinnen Kate und Phoebe. Dadurch erhält man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, was dem Roman eine ganz besondere psychologische Tiefe verleiht.
Kate und Jack sind seit 35 Jahren ein Paar. Sie sind gut situiert und kinderlos, eine bewusste Entscheidung, mit der beide bislang zufrieden waren. Doch als Kate eines Tages ein tragischer Schicksalsschlag trifft, glaubt sie, schlimmer könne es nicht mehr kommen. Dann taucht plötzlich die neue Netflix-Serie „Betrug“ auf, die in aller Munde ist. Was Kate daran zutiefst verstört ist, dass die Serie Szenen schildert, die ihrer eigenen Ehe mit Jack verblüffend ähnlich sind. Ist Jack ihr untreu gewesen? Oder wie sonst könnten diese intimen Details in die Serie gelangt sein?
Auf der anderen Seite steht Phoebe, eine erfolgreiche Drehbuchautorin, deren Serie „Betrug“ gerade einen sensationellen Erfolg feiert. Nach und nach verwebt Lanchester die Lebensgeschichten und Perspektiven der beiden Frauen immer enger miteinander. Es entsteht ein psychologisches Duell, bei dem lange nicht klar ist, wer eigentlich wen manipuliert und wer am Ende den längeren Atem haben wird.
Der Autor versteht es meisterhaft, die Spannung immer weiter zu steigern und seine Leser mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Zwischen psychologischem Katz-und-Maus-Spiel, dunklen Geheimnissen und bittersüßen Racheplänen entwickelt sich eine Geschichte, die einen unweigerlich mitfiebern lässt und bis zur letzten Seite in Atem hält.
Ein raffinierter, spannungsgeladener Roman über Manipulation, Rache und die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn sie nichts mehr zu verlieren haben.