Durchwachsen
Wie schreibt man eine Rezension für ein Buch, von dem man sich selbst nicht ganz sicher ist, wie es einem eigentlich gefallen hat?
Die ersten 100 Seiten haben sich für mich unheimlich gezogen, danach wurde es auch nur wenig besser. Erst durch eine deutlich spürbare inhaltliche Wendung kam für mich die nötige Spannung auf, sodass ich das Buch wieder gerne gelesen habe. Gegen Ende, ungefähr die letzten 100 Seiten, waren wiederum ebenfalls eher zäh. Dabei hat mir das Buch inhaltlich eigentlich gut gefallen und auch der Schreibstil war sehr passend gewählt. Kates Sicht wurde immer auktorial erzählt, sodass stets das Gefühl vermittelt wurde, dass da noch etwas kommen würde, dass man auf irgendetwas Großes wartet und dass jemand klüger und weitsichtiger ist als man selbst. Ihre Sicht wurde zwischenzeitlich immer wieder von Phoebe abgewechselt, deren Auftauchen mich anfangs verwirrt hat, da zuvor keinerlei Zusammenhang der beiden Charaktere ersichtlich war.
Der Klappentext war für mich im Nachhinein eher irreführend. An selber Stelle wüsste ich jedoch auch nicht, wie ich einen solchen passender formulieren sollte. Man möchte schließlich auch nicht die ganze Geschichte vorwegnehmen. Durch den Klappentext bin ich davon ausgegangen, dass die Netflixserie, die im Buch thematisiert werden sollte, inhaltlich mehr Raum einnehmen würde. Dabei wurde diese inhaltlich zwischenzeitlich wie ein Drehbuch kapitelweise mit in den Roman aufgenommen, hat am Ende jedoch kaum eine Rolle gespielt, sondern wurde eher thematisch als Aufhänger verwendet. So hat das Buch sich eher auf die zwei Leben von Kate und Phoebe konzentriert, die für mich aber sehr getrennt abgehandelt worden sind. Überschneidungen gab es größtenteils nur gedanklich, durch Worte oder Taten, und nicht in direkter persönlicher Beziehung zueinander. So hatte man das Gefühl, als würde man zwei Bücher getrennt lesen, zwei Geschichten von Personen, deren Leben irgendwie vernetzt sind. Mit der Zeit hat sich diese Vernetzung glücklicherweise geklärt, was der Autor auch durch Rückblicke in die Vergangenheit von Kate hervorgebracht hat. Die Zusammenhänge haben für mich dadurch nach und nach ein stimmiges Bild ergeben. Den Wunsch, deren Verbindung bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Buch aufgedeckt zu bekommen, kann ich jedoch nur ausschlagen. Stilistisch und inhaltlich hat dies nur auf diese Weise Sinn gemacht. Sonst hätte die Geschichte für mich einen wesentlichen Teil ihrer Wirkung verloren.
Besonders interessant fand ich dabei, wie sich mit der Zeit die Bedeutung einzelner Ereignisse und Aussagen verändert hat. Dinge, die anfangs noch nebensächlich oder unverständlich wirkten, haben später eine andere, teils fundamentale Bedeutung bekommen. Dadurch hat das Buch rückblickend einen größeren Zusammenhang bekommen, als ich ihn während des Lesens teilweise empfunden habe.
Trotzdem fällt es mir auch nach dem Lesen schwer, ein passendes Urteil zu finden. Die Punkte, die mich während des Lesens gestört haben, haben stilistisch im Nachhinein sehr gut gepasst und sollten keinesfalls verändert werden. Leider hat mich genau dies im Lesefluss gestört und die Spannung nur langsam aufbauen lassen, wobei dieses Buch eigentlich durch seine Twists und die Rachefeldzüge durchweg eine gewisse Spannung erzeugt. Die Geschichte selbst fand ich spannend, nur der Weg dorthin war für mich deutlich zäher, als ich es mir gewünscht hätte. Daher kann ich dieses Buch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Gerade weil die Auflösung, die Twists und die Art des Erzählens für mich letztendlich so gut funktioniert haben, fällt meine Bewertung trotzdem positiver aus, als es die Kritik zunächst vermuten lässt. Deshalb würde ich dem Buch schwer verdiente 4 von 5 ☆ geben.
Die ersten 100 Seiten haben sich für mich unheimlich gezogen, danach wurde es auch nur wenig besser. Erst durch eine deutlich spürbare inhaltliche Wendung kam für mich die nötige Spannung auf, sodass ich das Buch wieder gerne gelesen habe. Gegen Ende, ungefähr die letzten 100 Seiten, waren wiederum ebenfalls eher zäh. Dabei hat mir das Buch inhaltlich eigentlich gut gefallen und auch der Schreibstil war sehr passend gewählt. Kates Sicht wurde immer auktorial erzählt, sodass stets das Gefühl vermittelt wurde, dass da noch etwas kommen würde, dass man auf irgendetwas Großes wartet und dass jemand klüger und weitsichtiger ist als man selbst. Ihre Sicht wurde zwischenzeitlich immer wieder von Phoebe abgewechselt, deren Auftauchen mich anfangs verwirrt hat, da zuvor keinerlei Zusammenhang der beiden Charaktere ersichtlich war.
Der Klappentext war für mich im Nachhinein eher irreführend. An selber Stelle wüsste ich jedoch auch nicht, wie ich einen solchen passender formulieren sollte. Man möchte schließlich auch nicht die ganze Geschichte vorwegnehmen. Durch den Klappentext bin ich davon ausgegangen, dass die Netflixserie, die im Buch thematisiert werden sollte, inhaltlich mehr Raum einnehmen würde. Dabei wurde diese inhaltlich zwischenzeitlich wie ein Drehbuch kapitelweise mit in den Roman aufgenommen, hat am Ende jedoch kaum eine Rolle gespielt, sondern wurde eher thematisch als Aufhänger verwendet. So hat das Buch sich eher auf die zwei Leben von Kate und Phoebe konzentriert, die für mich aber sehr getrennt abgehandelt worden sind. Überschneidungen gab es größtenteils nur gedanklich, durch Worte oder Taten, und nicht in direkter persönlicher Beziehung zueinander. So hatte man das Gefühl, als würde man zwei Bücher getrennt lesen, zwei Geschichten von Personen, deren Leben irgendwie vernetzt sind. Mit der Zeit hat sich diese Vernetzung glücklicherweise geklärt, was der Autor auch durch Rückblicke in die Vergangenheit von Kate hervorgebracht hat. Die Zusammenhänge haben für mich dadurch nach und nach ein stimmiges Bild ergeben. Den Wunsch, deren Verbindung bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Buch aufgedeckt zu bekommen, kann ich jedoch nur ausschlagen. Stilistisch und inhaltlich hat dies nur auf diese Weise Sinn gemacht. Sonst hätte die Geschichte für mich einen wesentlichen Teil ihrer Wirkung verloren.
Besonders interessant fand ich dabei, wie sich mit der Zeit die Bedeutung einzelner Ereignisse und Aussagen verändert hat. Dinge, die anfangs noch nebensächlich oder unverständlich wirkten, haben später eine andere, teils fundamentale Bedeutung bekommen. Dadurch hat das Buch rückblickend einen größeren Zusammenhang bekommen, als ich ihn während des Lesens teilweise empfunden habe.
Trotzdem fällt es mir auch nach dem Lesen schwer, ein passendes Urteil zu finden. Die Punkte, die mich während des Lesens gestört haben, haben stilistisch im Nachhinein sehr gut gepasst und sollten keinesfalls verändert werden. Leider hat mich genau dies im Lesefluss gestört und die Spannung nur langsam aufbauen lassen, wobei dieses Buch eigentlich durch seine Twists und die Rachefeldzüge durchweg eine gewisse Spannung erzeugt. Die Geschichte selbst fand ich spannend, nur der Weg dorthin war für mich deutlich zäher, als ich es mir gewünscht hätte. Daher kann ich dieses Buch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Gerade weil die Auflösung, die Twists und die Art des Erzählens für mich letztendlich so gut funktioniert haben, fällt meine Bewertung trotzdem positiver aus, als es die Kritik zunächst vermuten lässt. Deshalb würde ich dem Buch schwer verdiente 4 von 5 ☆ geben.