humorvolle Komödie die sich leicht Weglesen läßt

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kermeliest Avatar

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„Das habe ich wegen dir getan“ hat mich insgesamt wirklich gut unterhalten. Der Roman liest sich leicht und locker, ich bin schnell durch die Seiten gekommen und musste beim Lesen auch immer wieder lachen. Vor allem hatte ich nie das Gefühl, mich durch die Geschichte kämpfen zu müssen oder das Buch ständig weglegen zu wollen, weil mir langweilig wurde. Im Gegenteil: Ich habe es gerne zur Hand genommen und wollte wissen, wie es weitergeht.
Im Mittelpunkt stehen Kate und Phoebe und eine erfolgreiche Streaming-Serie, in der Kate plötzlich erschreckend viele Details aus ihrer eigenen Ehe wiedererkennt. Daraus entwickelt sich eine ziemlich böse Geschichte um Geheimnisse, Verletzungen und vor allem Rache. John Lanchester erzählt das unterhaltsam und mit einem Humor, der mir gut gefallen hat. Auch sprachlich hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Für mich war das tatsächlich ein Buch, das sich angenehm und unkompliziert weglesen ließ.
Einen Kritikpunkt habe ich allerdings, und der betrifft das Frauenbild. Wieder einmal sind es vor allem die Frauen, die hysterisch, streitlustig, rachsüchtig und teilweise regelrecht bösartig dargestellt werden. Die Männer haben durchaus ihren Anteil an dem ganzen Schlamassel und sind keineswegs immer die Guten – trotzdem kommen sie für mein Empfinden wesentlich glimpflicher davon. Die Frau als Rachemonster und der Mann, der irgendwie mittendrin steckt: Dieses Muster ist mir mittlerweile ein bisschen zu abgegriffen.
Gleichzeitig tue ich mich aber auch mit der umgekehrten Haltung schwer, jedes Buch sofort mit der moralischen Lupe zu betrachten. Natürlich hat sich gesellschaftlich und gerade im Hinblick auf Frauenrechte unglaublich viel und Wichtiges verändert. Trotzdem sollte Literatur für mich Unterschiede zwischen Menschen und auch zwischen den Geschlechtern darstellen, überspitzen und damit spielen dürfen, ohne dass daraus automatisch eine allgemeingültige Aussage über Frauen oder Männer werden muss. Gerade bei einer Rachekomödie darf es schließlich auch einmal böse und überzogen zugehen.
Deshalb bin ich bei diesem Buch tatsächlich ein wenig hin- und hergerissen. Das Frauenbild empfinde ich stellenweise als überholt und einseitig, gleichzeitig möchte ich dem Roman daraus keinen größeren Vorwurf machen, als es für mein eigenes Lesegefühl angemessen wäre. Denn am Ende bleibt vor allem eines: Ich habe mich gut unterhalten, hatte Spaß beim Lesen und würde jederzeit wieder zu einem Buch von John Lanchester greifen.
Für mich sind das 3,5 bis 4 Sterne – mit deutlicher Tendenz zu 4, weil der Lesespaß am Ende überwiegt.