Ich liebe den Schreibstil

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Manchmal braucht ein Buch nur wenige Seiten, um einen völlig einzufangen. Bei diesem Roman war es vom ersten Satz an der außergewöhnliche Schreibstil, der mich begeistert hat. Lanchester besitzt eine messerscharfe Beobachtungsgabe für die kleinsten Gesten und die scheinbaren Beiläufigkeiten unseres alltäglichen Handelns. Wie er diese feinen Nuancen auf Papier bringt, Wahnsinn.

Durch diesen genauen Blick bekommt jeder Charakter eine immens plastische und fast greifbare Tiefe. Und genau das macht die Lektüre auch so erschreckend. Man tappt als Leser in die psychologische Falle: Je mehr man über eine Figur erfährt, je besser man sie versteht, desto mehr wächst sie einem ans Herz.

Doch Lanchester nutzt diese Vertrautheit für eine meisterhafte Wendung. Es entwickelt sich ein schleichender Prozess im Roman, mit dem die Stimmung unaufhaltsam kippt und einem die Augen geöffnet werden. Die emotionale Bindung, die man aufgebaut hat, trifft einen plötzlich mit voller Wucht und das vielleicht bei jedem Leser an einer anderen Stelle. Das ist handwerklich und dramaturgisch einfach großartig konstruiert.

Ich habe bereits beim Lesen nachgeschaut, welche Werke der Autor noch veröffentlicht hat. Bisher das beste Buch des Jahres für mich.