Ich muss eine Figur nicht mögen, damit ich sie interessant finde
Ich muss eine Figur nicht mögen, damit ich sie interessant finde
Ich glaube, genau daran scheiden sich bei diesem Buch die Geister.
Kate und Phoebe sind keine Figuren, die man unbedingt ins Herz schließen muss. Im Gegenteil. Beide haben mich zwischendurch ordentlich genervt. Ich war wütend auf sie, habe manche Entscheidungen überhaupt nicht verstanden und mir mehr als einmal gedacht: Mädels, ernsthaft?! 😂
Aber wisst ihr was? Ich finde, das darf ein Buch.
Ich muss eine Hauptfigur nicht sympathisch finden, um ihre Geschichte interessant zu finden. Manchmal möchte ich mich beim Lesen auch einfach über jemanden aufregen. Ich möchte den Kopf schütteln, mich ärgern und mich fragen, warum diese Person jetzt verdammt noch mal genau das tut. Und trotzdem blättere ich weiter, weil ich wissen will, wie weit sie noch geht.
Genau das hat Das habe ich wegen dir getan bei mir geschafft.
Die Ausgangsidee fand ich von Anfang an richtig stark. Kate verliert nach vielen Jahren Ehe ihren Mann Jack. Kurz darauf entdeckt sie eine erfolgreiche Netflix Serie und erkennt darin plötzlich ihre eigene Ehe wieder. Gespräche, intime Details und Dinge, die eigentlich niemand kennen dürfte. Und aus Trauer wird Misstrauen, aus Misstrauen wird Wut und irgendwann vor allem eines, Rache.
Was ich daran so spannend fand, war, dass ich irgendwann gar nicht mehr genau wusste, auf wessen Seite ich eigentlich stehen soll.
Kate ist verletzt und natürlich versteht man ihre Wut. Aber je weiter die Geschichte geht, desto öfter dachte ich, okay, jetzt wird es langsam heftig. Und auch Phoebe macht es einem nicht gerade leicht, sie zu mögen.
Trotzdem wollte ich beide verstehen.
Die wechselnden Perspektiven haben für mich richtig gut funktioniert, weil man nicht einfach nur eine Seite präsentiert bekommt. Man bekommt nach und nach immer mehr Puzzleteile und muss selbst entscheiden, was man davon hält. Dazu kommen die Ausschnitte aus Phoebes Drehbuch, die das Ganze noch einmal auf eine interessante Art spiegeln.
Ich mochte außerdem diesen bitterbösen Blick auf Beziehungen, gesellschaftliche Unterschiede, Generationen und die Art, wie Menschen sich selbst eigentlich immer gern für die Guten halten.
Und dann gibt es diese Momente, in denen man denkt, man hätte verstanden, worauf das Ganze hinausläuft.
Hat man nicht. 😂
Natürlich hatte die Geschichte für mich auch ein paar Stellen, an denen sie etwas an Tempo verloren hat. Gerade im Mittelteil hätte es für meinen Geschmack manchmal etwas schneller vorangehen dürfen. Aber das hat meinem Gesamteindruck am Ende nicht geschadet, denn später zieht die Geschichte wieder ordentlich an und entwickelt genau diese unangenehme Sogwirkung, bei der man unbedingt wissen möchte, wie das alles ausgehen soll.
Und vielleicht ist das am Ende sogar das größte Kompliment, das ich dem Buch machen kann.
Ich mochte nicht immer, was ich gelesen habe. Aber ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.
Ich war genervt. Ich war neugierig. Ich war manchmal richtig sauer auf die Figuren.
Und genau deshalb waren sie für mich interessant.
Das habe ich wegen dir getan ist für mich kein klassischer Thriller, bei dem man einfach mit einer sympathischen Hauptfigur mitfiebert. Es ist ein bitterböses Spiel mit Rache, Schuld, Selbstgerechtigkeit und der Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn er glaubt, im Recht zu sein.
Und manchmal sind die Figuren, über die man sich am meisten aufregt, genau die, an die man sich am längsten erinnert.
Ich glaube, genau daran scheiden sich bei diesem Buch die Geister.
Kate und Phoebe sind keine Figuren, die man unbedingt ins Herz schließen muss. Im Gegenteil. Beide haben mich zwischendurch ordentlich genervt. Ich war wütend auf sie, habe manche Entscheidungen überhaupt nicht verstanden und mir mehr als einmal gedacht: Mädels, ernsthaft?! 😂
Aber wisst ihr was? Ich finde, das darf ein Buch.
Ich muss eine Hauptfigur nicht sympathisch finden, um ihre Geschichte interessant zu finden. Manchmal möchte ich mich beim Lesen auch einfach über jemanden aufregen. Ich möchte den Kopf schütteln, mich ärgern und mich fragen, warum diese Person jetzt verdammt noch mal genau das tut. Und trotzdem blättere ich weiter, weil ich wissen will, wie weit sie noch geht.
Genau das hat Das habe ich wegen dir getan bei mir geschafft.
Die Ausgangsidee fand ich von Anfang an richtig stark. Kate verliert nach vielen Jahren Ehe ihren Mann Jack. Kurz darauf entdeckt sie eine erfolgreiche Netflix Serie und erkennt darin plötzlich ihre eigene Ehe wieder. Gespräche, intime Details und Dinge, die eigentlich niemand kennen dürfte. Und aus Trauer wird Misstrauen, aus Misstrauen wird Wut und irgendwann vor allem eines, Rache.
Was ich daran so spannend fand, war, dass ich irgendwann gar nicht mehr genau wusste, auf wessen Seite ich eigentlich stehen soll.
Kate ist verletzt und natürlich versteht man ihre Wut. Aber je weiter die Geschichte geht, desto öfter dachte ich, okay, jetzt wird es langsam heftig. Und auch Phoebe macht es einem nicht gerade leicht, sie zu mögen.
Trotzdem wollte ich beide verstehen.
Die wechselnden Perspektiven haben für mich richtig gut funktioniert, weil man nicht einfach nur eine Seite präsentiert bekommt. Man bekommt nach und nach immer mehr Puzzleteile und muss selbst entscheiden, was man davon hält. Dazu kommen die Ausschnitte aus Phoebes Drehbuch, die das Ganze noch einmal auf eine interessante Art spiegeln.
Ich mochte außerdem diesen bitterbösen Blick auf Beziehungen, gesellschaftliche Unterschiede, Generationen und die Art, wie Menschen sich selbst eigentlich immer gern für die Guten halten.
Und dann gibt es diese Momente, in denen man denkt, man hätte verstanden, worauf das Ganze hinausläuft.
Hat man nicht. 😂
Natürlich hatte die Geschichte für mich auch ein paar Stellen, an denen sie etwas an Tempo verloren hat. Gerade im Mittelteil hätte es für meinen Geschmack manchmal etwas schneller vorangehen dürfen. Aber das hat meinem Gesamteindruck am Ende nicht geschadet, denn später zieht die Geschichte wieder ordentlich an und entwickelt genau diese unangenehme Sogwirkung, bei der man unbedingt wissen möchte, wie das alles ausgehen soll.
Und vielleicht ist das am Ende sogar das größte Kompliment, das ich dem Buch machen kann.
Ich mochte nicht immer, was ich gelesen habe. Aber ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.
Ich war genervt. Ich war neugierig. Ich war manchmal richtig sauer auf die Figuren.
Und genau deshalb waren sie für mich interessant.
Das habe ich wegen dir getan ist für mich kein klassischer Thriller, bei dem man einfach mit einer sympathischen Hauptfigur mitfiebert. Es ist ein bitterböses Spiel mit Rache, Schuld, Selbstgerechtigkeit und der Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn er glaubt, im Recht zu sein.
Und manchmal sind die Figuren, über die man sich am meisten aufregt, genau die, an die man sich am längsten erinnert.