Konstruiertes Drama - war das alles?
Ich war sowohl vom Titel als auch vom Cover des Buches sofort überzeugt, der erste Satz ließ mich prompt an "Anna Karenina" denken. Ich mochte von Anfang an den bissigen und zynischen Schreibstil, sowohl in den Kapiteln von Kate als auch von Phoebe. Doch die versprochene "Rachekomödie" blieb aus: Phoebe verwandelt Kates Leben in eine boomende Netflixserie, um ihr damit einen Betrug vor Jahrzehnten heimzuzahlen, der das Leben von Phoebes Mutter angeblich zerstört hat. Dabei verabscheut Phoebe ihre Mutter zutiefst - wozu dann der ganze Aufwand? Über die gesamte Handlung hinweg lässt Phoebe kein gutes Haar an ihr, bezeichnet sie als Hexe und Vampir. Ich habe mich durchwegs gefragt, warum man eine Frau, die man nicht einmal kennt, für ein Ereignis büßen lassen will, bei dem man noch nicht einmal geboren war? Worin besteht da der Sinn? Die Umsetzung dieser "Rache" fand ich persönlich recht schwach, ich habe die ganze Zeit auf einen großen Knall erwartet - es kommt jedoch nur zu einer kurzen Begegnung zwischen Kate und Phoebe relativ am Ende des Romans. Und Kates Rache an ihrer Peinigerin finde ich völlig unglaubwürdig und viel zu sehr konstruiert als dass mich das Ende befriedigt zurückgelassen hätte. Leider habe ich von diesem Roman mehr und/oder etwas Anderes erwartet...