Perfide Abrechnung der besonderen Art
London. Kate und Jack, beide Ende 50, führen eine eingespielte Ehe. Beruflich und gesellschaftlich etabliert, blindes Verständnis füreinander und sogar eine ganz eigene Geheimsprache, die wohl nur die beiden wirklich verstehen. Eigentlich scheint alles bestens. Bis Jack plötzlich stirbt.
Was Kate kurz nach seinem Tod in einer erfolgreichen Netflix Serie wiederfindet, lässt ihre vermeintlich glückliche Ehe in einem völlig anderen Licht erscheinen.
„Betrug“ heißt die Serie und zunächst glaubt Kate noch an einen makabren Zufall. Doch je mehr sie davon sieht, desto klarer wird: Hier wird ihre Ehe öffentlich seziert. Und zwar schonungslos.
Hinter der Serie steckt Phoebe, die mit ihrer ganz eigenen Form von Amoralität abrechnet. Auch sie muss man nicht unbedingt mögen. Als Autorin lässt sie ihrer Verbitterung freien Lauf und kennt dabei offenbar keine Grenzen. Dass Jack mittlerweile tot ist, macht ihre Abrechnung für Kate nur noch perfider.
Doch Phoebe hat bei ihrer Rache etwas Entscheidendes übersehen: Kate.
Und spätestens hier beginnt ein Machtspiel, bei dem sich die beiden wirklich nichts schenken. Unter anderen Voraussetzungen hätten sie sich vermutlich sogar gut verstanden.
„Wut macht mehr Spaß als Trauer. Und Rache ist sogar noch besser.“ (Zitat S. 379)
Dieser rabenschwarze Humor war für mich eines der großen Highlights des Romans. Und zwar im allerbesten Sinne. Die Dialoge und Szenen sind herrlich pointiert und treffen genau den richtigen Ton, selbst wenn die Ausgangssituationen alles andere als komisch sind. Dazu kommen Machtspielchen der untersten Schublade, verletzte Eitelkeiten und zwei Frauen, die unbedingt als Siegerin aus diesem Spiel hervorgehen wollen.
Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen Perspektiven und die vielen kleinen Situationen, in denen man sich trotz aller Absurdität plötzlich zum Teil selbst wiedererkennt. Genau diese Mischung aus bitterbösem Humor, Sarkasmus und menschlichen Abgründen macht das Buch für mich so besonders.
John Lanchester liefert eine perfide Abrechnung mit überraschenden Wendungen und herrlich schwarzem Humor. Chapeau und danke für diese vorzügliche Unterhaltung der ganz anderen Art!
Was Kate kurz nach seinem Tod in einer erfolgreichen Netflix Serie wiederfindet, lässt ihre vermeintlich glückliche Ehe in einem völlig anderen Licht erscheinen.
„Betrug“ heißt die Serie und zunächst glaubt Kate noch an einen makabren Zufall. Doch je mehr sie davon sieht, desto klarer wird: Hier wird ihre Ehe öffentlich seziert. Und zwar schonungslos.
Hinter der Serie steckt Phoebe, die mit ihrer ganz eigenen Form von Amoralität abrechnet. Auch sie muss man nicht unbedingt mögen. Als Autorin lässt sie ihrer Verbitterung freien Lauf und kennt dabei offenbar keine Grenzen. Dass Jack mittlerweile tot ist, macht ihre Abrechnung für Kate nur noch perfider.
Doch Phoebe hat bei ihrer Rache etwas Entscheidendes übersehen: Kate.
Und spätestens hier beginnt ein Machtspiel, bei dem sich die beiden wirklich nichts schenken. Unter anderen Voraussetzungen hätten sie sich vermutlich sogar gut verstanden.
„Wut macht mehr Spaß als Trauer. Und Rache ist sogar noch besser.“ (Zitat S. 379)
Dieser rabenschwarze Humor war für mich eines der großen Highlights des Romans. Und zwar im allerbesten Sinne. Die Dialoge und Szenen sind herrlich pointiert und treffen genau den richtigen Ton, selbst wenn die Ausgangssituationen alles andere als komisch sind. Dazu kommen Machtspielchen der untersten Schublade, verletzte Eitelkeiten und zwei Frauen, die unbedingt als Siegerin aus diesem Spiel hervorgehen wollen.
Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen Perspektiven und die vielen kleinen Situationen, in denen man sich trotz aller Absurdität plötzlich zum Teil selbst wiedererkennt. Genau diese Mischung aus bitterbösem Humor, Sarkasmus und menschlichen Abgründen macht das Buch für mich so besonders.
John Lanchester liefert eine perfide Abrechnung mit überraschenden Wendungen und herrlich schwarzem Humor. Chapeau und danke für diese vorzügliche Unterhaltung der ganz anderen Art!