Rache ist weiblich

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coffee2go Avatar

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Der Roman ist einerseits ein gesellschaftskritischer Roman, der die menschlichen Abgründe in Bezug auf Beziehungen, Verlust, Wut und Trauer behandelt. Sprachlich ist er sehr angenehm zu lesen, mit typischem britischem Humor gewürzt, viele detaillierte Beobachtungen, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, einbezogen zu werden und mit vor Ort zu sein und zwischendurch ruhige Abschnitte. Für Leser*innen, die rasches Tempo mögen und viele aktive Handlungen könnte es vielleicht zu ruhig und langsam sein. Der Autor schafft es aus den Charakteren das höchstmögliche an bösen Absichten und negativen Gefühlen herauszuholen, das hat mir sehr gut gefallen. Gerade weil hauptsächlich Kate und Phobe im Mittelpunkt stehen und die Nebencharaktere eher zu Nebenfiguren werden, so kann die volle Aufmerksamkeit auf sie gelegt werden und sie haben die Möglichkeit, Tiefe zu entwickeln, wobei dies bei Kate am intensivsten gelungen ist. Auch der Generationen-Gap zwischen Kate und Phoebe kommt gut zum Ausdruck, wie unterschiedlich Dinge gesehen werden und welche Maßnahmen getroffen werden. In gewisser Hinsicht sind sich Kate und Phoebe aber dann doch ähnlicher als sie glauben, in der Rache.
Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war der Abschluss. Im Vergleich mit der langsamen und ruhigen, aber dennoch treffenden Aufarbeitung von Themen war mir der Schluss dazu im Vergleich zu viel, zu hektisch und er steuert auf ein Drama zu, das unverhältnismäßig und konstruiert wirkt.