Spannende Grundidee

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ichsucheinbuch Avatar

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Auf eine fiese, kleine Rachegeschichte hat man ja eigentlich immer Bock. Da kommt "Das habe ich wegen dir getan" doch eigentlich flockig daher.
Was geschieht? Kate lebt mit ihrem Ehemann Jack ein mondänes Leben in London. Architektenhaus, Ottolenghi Dinner, Bücherclub. Soweit perfekt bis sie durch Zufall erfährt, dass alle Intimitäten ihrer Ehe detailgenau in einer Netflix-Serie wiedergegeben werden. Wer weiß das alles über sie und zeigt keine Scham, sich ihrer Geschichte zu bedienen? Alle Hinweise führen zu Phoebe, der jungen und abgebrühten Drehbuchautorin - es beginnt ein erbitterter Kampf um Macht und Moral.
In meinen Augen entfaltet der Roman an sich eine ganz clever durchdachte Geschichte. Geheimnisse und Verbindungen werden Schritt für Schritt offen gelegt, der Leser kann hier gut folgen. Dankenswerterweise werden auch nicht weitere Extra-Erklärungen gestreut. Besonders gut empfand ich die Passagen, in denen Beziehungen beschrieben werden, z.B. zwischen Kate und Jack oder Phoebe und ihrer Mutter. Alle schelmischen Beobachtungen menschlichen Verhaltens haben mich abgeholt.
Leider war mir der Roman teilweise zu lang, bestimmte Figuren hätten weniger Raum einnehmen können. Ein Rache-Roman benötigt für mich zwei Dinge: Nachvollziehbares Leid und eine Figur mit der ich als Leser mitfühlen kann. Beides habe ich nicht empfunden. Der Roman behandelt Generationenkonflikte zwischen Boomern und Millenials. Dafür fehlt mir in dieser Geschichte insgesamt die Tiefe, die Figuren bleiben mir zu flach.
Autor John Lanchester ist ein sympathischer Mensch und schreibt viele gute Artikel zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Sein Roman lässt mich etwas ratlos zurück. Vielleicht eher etwas für Boomer?!