Neu auf Netflix: Betrug

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squeechiee Avatar

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Das Cover ist minimalistisch, aber schick. Das Buch sieht im Buchladen und in meinem Regal auf den ersten Blick recht stylish aus. Das passt gut zu einer modernen Story über eine netflixbedingte Ehe(krise), die in London spielt.

Der Schreibstil wirkt clever, aber eher kühl. Lanchester hat das Schreiben natürlich drauf. Der Autor beobachtet die Londoner High Society mit einem eigentümlichen Zynismus. Die Sätze sitzen, der Humor ist intelligent und es liest sich recht flüssig runter. Von den Netflix-Szenen hätten es mehr sein können.

Problematisch könnte sein, dass der Stil extrem distanziert wirkt, was mir persönlich beim Lesen aber gefällt. Man entwicket jedoch zu fast keinem Zeitpunkt eine Bindung zu den Figuren (von Tony vielleicht abgesehen). Das wiederum zieht das Leseerlebnis auch bisweilen in die Länge.

Gute Idee, flache Kurve. Die Story hat durchaus Potenzial. Die ersten Kapitel machen auch richtig Spaß. Leider geht der Geschichte im Mittelteil ein bisschen die Luft aus. Der Twist ist auch durchaus vorhersehbar. Und am Ende ist man bei den wirklich spannenden Stellen nicht dabei. Schade.

Das Ende selbst ist keine große Überraschung, sondern eher moralisch grau und konsequent zynisch. Fazit: kein Dauerbrenner oder Anwärter auf die all-time-favorite-Liste.