Alle Tagfalter Dänemarks und Metamorphosen

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Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich direkt begeistert von der Idee: Alle heimischen Tagfalterarten zu sehen. Dabei geht es nicht um die Tagfalterarten in Deutschland, sondern in Dänemark - das sollte man vielleicht wissen. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die das Jahr abbilden - von der Planung im Januar bis zur Umsetzung der Idee in den Frühlings- und Sommermonaten. Die Autorin beschreibt auch sehr nachvollziehbar, dass die Idee einige Jahre bis zur tatsächlichen Umsetzung gedauert ist und die Idee lange reifen musste. Auch der Prozess kann schleppend verlaufen, man kann verzweifelt und enttäuscht sein, hoffnungslos und hoffnungsvoll - dahin nimmt uns die Autorin mit. Das Tagfalter-Finden ist keinesfalls ein gradliniger Prozess. Ich habe besonders die Passagen über ihre persönliche Suche nach den Tagfaltern, ihre Gespräche mit Experten, ihre Familiengeschichte (sowie die Aufzeichnungen ihres Großvaters) und Anekdoten über historische Schmetterlingsforscher*innen mit Spannung gelesen. Allerdings gab es auch viele (und für mich persönlich zähe) Passagen über Mythologie und Religion, besonders im Hinblick auf Metamorphosen in den beiden Themenbereichen. Ich bin absolut uninteressiert an Religion und sobald wieder das Wort „Christentum“ oder „Paulus“ fiel hat mein Kopf etwas abgeschaltet. Da hat die Autorin meiner Meinung nach einen weiten Umweg gemacht um Beispiele einer Verwandlung aufzuzeigen. Im Kapitel Juli hat die Autorin das selbst so beschrieben: Während meiner Recherche habe ich eine ganze Sammlung von Beispielen zusammengetragen, von Menschen und Kulturen, in denen die Vorstellung vorherrschte, dass die Geschichte der Menschheit eine einzige große Metamorphose sei.“ Im Großen und Ganzen fand ich es aber ein tolles Projekt und ein tolles Buch - besonders hervorzuheben sind auch die feinen Malereien von den gesehenen Schmetterlingen, die in Farbe im Buch abgedruckt sind - besonders empfehlenswert allerdings für jemanden, der auch Religion und Mythologie nicht abgeneigt ist.