Auf der Suche nach Sinn und Schmetterlingen

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majca_ Avatar

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>> Ich hatte nach wie vor große Lust, alle Schmetterlinge zu sehen. Ich wusste nach wie vor nicht, warum. Vielleicht waren Frage und Antwort eins geworden. Ich wollte alle Schmetterlinge sehen, um herauszufinden, warum ich alle Schmetterlinge sehen wollte.<<

Was haben Nabokov, Freud und Aristoteles gemeinsam?
Laut diesem Buch vor allem eines: Schmetterlinge

Und damit ist schon ziemlich gut beschreiben, was einen zwischen diesen Seiten erwartet. Denn obwohl Schmetterlinge den Ausgangspunkt bilden, ist dies kein Sachbuch. Stattdessen bewegt sich die Autorin zwischen Naturbeobachtungen, persönlichen Begegnungen, Philosophie und Psychologie, alles unter dem Blickpunkt existenzieller Fragen nach Sinn, Vergänglichkeit und unserer Beziehung zur Natur.

Diese Offenheit macht das Buch durchaus interessant. Ich habe einiges über Schmetterlinge lernen können. Besonders gelungen fand ich auch die Passagen, die die Begeisterung der Autorin für die Natur vermitteln. Die Aufmerksamkeit, mit der sie Schmetterlinge, Pflanzen und Landschaften betrachtet war charmant.

Gleichzeitig bleibt das Buch aber auch schwer zu greifen. Diese Mischung aus Essay und Sachbuch, lose verbunden durch das Thema Schmetterlinge, aber eigentlich auf der Suche nach was Größerem, führt immer wieder zu unterschiedlichen Exkursen. Manche dieser Gedankensprünge waren interessant, andere wirkten ehr konstruiert oder beliebig. Besonders das Faible, den die Autorin für Sigmund Freud zuhaben scheint war befremdlich zu lesen.

Auch die philosophischen Überlegungen konnten mich nicht vollständig überzeugen. Sicherlich sind die angesprochenen Gedanken interessant, bewegen sich jedoch auf bekanntem Terrain. Stelleinweise neigt der Text zudem dazu sehr bestimmende Aussagen zu treffen und sie als absolute Wahrheit darzustellen, womit man in der Regel vorsichtig sein sollte, wenn diese nicht gut dargelegt werden.

Ehr diffus bleibt auch der autobiografische Aspekt des Buches. Der suchende, rastlose Charakter der Autorin wird zwar gut vermittelt, aber ohne echten Zugang zu ihrer Person, ohne weiteren Kontext, blieb der Eindruck vage und konnte sich nicht vollständig zu einem großen Ganzen verbinden.

Trotz dieser Kritik ist das Buch lesenswert. Wer Freude an essayistischen Exkursen, Naturbeobachtung, und philosophischen Spaziergängen hat wird hier fündig werden.