Eine besondere, herausfordernde Lektüre

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mei.ke Avatar

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Dieses Buch war einmal etwas ganz anderes. Ich habe meine Vorablesen-Punkte dafür eingelöst – und es zu keiner Sekunde bereut, auch wenn ich anfangs einige Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzufinden. Das Jahr der Schmetterlinge ist unglaublich gut recherchiert, was nicht zuletzt die lange Literaturliste auf den letzten Seiten eindrucksvoll belegt.

Und ja: In diesem Buch geht es tatsächlich um Schmetterlinge. Das mag zunächst wenig überraschen, doch die Autorin beschreibt mit bemerkenswerter Detailtiefe, wie sie sich – ganz ohne Vorkenntnisse – auf die Reise begibt, alle 64 in Dänemark vorkommenden Schmetterlingsarten zu fotografieren. Dieser Prozess ist ebenso lehrreich wie faszinierend.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich das Buch zwischendurch immer wieder aus der Hand legen musste, weil mir schlicht der Kopf schwirrte. Begriffe wie Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter begegnen einem schließlich nicht alle Tage, und die Lektüre verlangte deutlich mehr Konzentration als viele andere Bücher. Dies ist definitiv keine leichte Kost. Neben den naturwissenschaftlichen Ausführungen enthält das Buch zahlreiche tiefsinnige Gedanken, historische Rückblicke und viele theologische Bezüge. Gerade Letztere – insbesondere die „göttlichen“ Verweise – empfand ich stellenweise als etwas ermüdend (daher nur 4 Sterne).

Doch je näher ich dem Ende kam, desto klarer wurde die eigentliche Botschaft, die mich schließlich sehr berührt hat: Die Natur ist eines der größten Wunder dieser Welt – und es liegt an uns, sie zu bewahren.
Als leidenschaftliche Naturliebhaberin und Gärtnerin hat mir dieses Buch in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Wenn eine Lektüre zum Nachdenken anregt und vielleicht sogar ein Umdenken bewirkt, ist das ein großes Kompliment – in diesem Fall ganz eindeutig an Lea Korsgaard.