Magische Sommervögelein

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Das Buch „Das Jahr der Schmetterlinge“ erzählt von einem ungewöhnlichen Versuch: Innerhalb eines Jahres will die Autorin Lea Korsgaard alle 64 in Dänemark heimischen Tagfalterarten entdecken. Die Schwierigkeit dabei ist, dass manche Arten vom Aussterben bedroht und nur noch an einem Ort zu finden sind. Außerdem können sie nur innerhalb einer bestimmten Zeit gesichtet werden, da jede Art ihre bestimmte Flugzeit hat.
Ohne Vorkenntnisse begibt sie sich auf eine Reise durch die Natur – und gleichzeitig zu sich selbst.
Sie lernt bei ihrer Suche, ihre Umgebung auf andere, genauere Art zu betrachten.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Tagebuch, Naturbeobachtung und philosophischen Gedanken.
Das Buch verbindet persönliche und auch familiäre Erlebnisse mit fundiertem Wissen über Artenvielfalt und ökologische Zusammenhänge. Es führt uns durch die Welt der Mythologie, Theologie, Kunst, Geschichte u.a.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und zugleich reflektiert, wodurch man sich der Autorin sehr nah fühlt – auch wenn ich nicht verstehen konnte, warum sie den Fund einer Art nicht mehr genießt und ihr Vorhaben lieber auf zwei Jahre aufteilt.
Der Leser wird angeregt, über seinen eigenen Lebensrhythmus und den Umgang mit der Natur nachzudenken und ggf. sein Verhalten zu ändern.
Allerdings wirkt die Handlung auf mich stellenweise etwas zu ruhig und mir hat die Spannung gefehlt, sodass ich das Buch in mehreren Etappen und nicht auf einmal gelesen habe.
Schön finde ich die verschiedenen Zeichnungen im Buch. So weiß man auch als Laie, wie eine erwähnte Art aussieht. Vermisst habe ich weitere Informationen zu den einzelnen Arten.
Insgesamt ist es für mich ein wunderschönes, poetisches Sachbuch, das Naturwissen mit Sinnsuche verbindet und ich kann es wärmstens empfehlen. Einen Punktabzug gab es, da es teilweise etwas langatmig war.