mehr als Schmetterlinge

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delizzy Avatar

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Weder habe ich einen besonderen Bezug zu Schmetterlingen noch zu Dänemark. Und doch hat mir das Buch sehr gut gefallen, denn nach und nach konnte ich Lea Korsgaards Wunsch, alle Schmetterlinge ihres Landes innerhalb eines Jahres zu sehen, immer besser nachvollziehen und habe geradezu mitgefiebert, ob sie es schafft!
Und die Liste ist lang- ganze 64 Arten muss sie finden und fotografieren.

Lea, eine gut beschäftigte Journalistin, versteht nicht mal selbst, warum sie diesen Drang verspürt und zuerst steht ihr ihre Unwissenheit zum Thema Schmetterlinge auch ziemlich im Weg.
Schon bald wird ihr klar, dass dieses Unterfangen nicht nur schwieriger als gedacht, sondern auch umfangreich und zeitlich kritisch wird, da Schmetterlinge ganz unterschiedliche Schlüpf- und Flugzeiten haben.

Sie liest sich mehr und mehr in das Thema ein, lernt skurrile und interessante Leute kennen und bereitet sich auf ihre Suche gründlich vor, nachdem die ersten Versuche nicht von Erfolg gekrönt waren.
Zu ihrer- und meiner- Überraschung ist Schmetterlinge beobachten nämlich gar nicht so einfach, wie man meint, und es entspinnt sich ein regelrechter Krimi, ob sie seltene Tiere überhaupt finden kann, da auch im hyggen Dänemark Umwelt und Natur nicht mehr im Einklang sind.

Leas Mann Rasmus und ihre Söhne begleiten sie auf einigen ihrer immer professioneller werdenden Exkursionen mit nicht immer gleichbleibendem Elan und so zieht sie auch alleine los, um Magerwiesen, Dünen und Wälder zu erkunden.

Zwischen den Suchen hat das Buch aber noch eine andere Ebene, denn Lea lernt durch ihre Annäherung an die Welt der Falter viel über die kulturhistorische Bedeutung der Schmetterlinge, erfährt Interessantes und Skurriles über die jahrhundertelange Forschung und gewinnt auch Einblicke in Philosophie, Mythologie, Religion und Geschichte.

Mir hat es auch gefallen, mehr über Leas Leben und die persönliche Entwicklung während ihres Schmetterlingsjahres zu lesen, da sie durch die Beobachtung und ihr neues Wissen auch ihr bisheriges Leben und das ihrer Vorfahren reflektiert und einiges besser versteht.

Eine sympathische und kluge Frau, die sich selbst eine Aufgabe stellt und daran wächst, hat mir mit diesem Buch eine neue Sichtweise auf die Natur und die Zusammenhänge darin vermittelt und das teils so kleinteilig, dass auch ich jetzt weiss, dass eine bestimmte Schmetterlingsart in einer merkwürdigen Symbiose mit einer Ameisengattung lebt, ohne die sie sich nicht fortpflanzen könnte.

Für mich ein Buch, das ich spannender fand als gedacht und das meine Bereitschaft, etwas ausserhalb meiner Komfortzone zu lesen, belohnt hat.