Ungewöhnliche Suche nach Schmetterlingen und Lebenssinn

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büchersozialist Avatar

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Das Buch hat mich direkt aufgrund des wirklich ungewöhnlichen Themas interessiert. Denn, dass jemand vorhat alle Schmetterlinge eines Landes zu sehen, ist wirklich nicht alltäglich.

Dabei kann man die Reise der Autorin sowohl ganz wörtlich, als auch emotional verfolgen. Von anfänglicher Begeisterung, wachsender Expertise, Zweifeln am ganzen Projekt und schließlich zur Entschlossenheit das Projekt bzw. die Suche durchzuziehen.

Schön finde ich dabei auch die lebendige Schreibweise, beispielsweise dass der Alltag etwas eingebaut wird und nicht "nur" die Reise als Bericht abgearbeitet wird, sowie dass immer wieder andere Schmetterlingssammler- und Experten auftauchen. Insgesamt ist das Buch gut und flüssig zu lesen.

Mein einziger Kritikpunkt ist in einem Kapitel die (zu) intensive Beschäftigung mit Sigmund Freud und seinen Theorien. Dabei gefällt mir insbesondere nicht, wenn die Autorin Menschen anhand diesen Theorien analysiert, wieso so ihren Leidenschaften nachgingen, Stichwort (angeblich) "sublimierte Energie". Generell ist dieser Überfokus auf Sex in diesem Kapitel störend und unpassend, insbesondere mit den Pseudoanalyse nach freudscher Manier.

Ansonsten ist das Buch wirklich sehr angenehm zu lesen und ein nischiges und ungewöhnliched Thema wird gut leserlich und alltagsnah rübergebracht.