Zwischen Trauer und Meer

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kat-yes Avatar

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Die Leseprobe von „Das Jahr der Wale“ hat mich gleich gecatcht. Schon der eindringlich geschilderte Tsunami erzeugt eine beklemmende Atmosphäre und macht die zerstörerische Kraft des Meeres beinahe körperlich spürbar. Besonders berührt hat mich Annie, die mit den Folgen der Katastrophe und der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Eltern leben muss. Ihre Trauer wird sehr bildhaft dargestellt. Spannend fand ich ferner den geheimnisvollen jungen Mann, den Annie am Strand entdeckt. Sein ungewöhnlicher Körper, das blaue Blut und das seltsame Pulsieren werfen zahlreiche Fragen auf. Gleichzeitig scheint dieses Geräusch Annie zu beruhigen und ihren inneren Schmerz zu lindern. So entsteht eine faszinierende Mischung aus Katastrophenroman, Familiengeschichte und mystischem Abenteuer. Auch die Rückblenden in Annies Kindheit gefallen mir, da sie ihre tiefe Verbindung zum Meer und die besondere Lebensweise ihrer Eltern verständlich machen. Der poetische Schreibstil schafft eine intensive Stimmung und lässt die Grenzen zwischen Realität und Geheimnis verschwimmen. Nun möchte ich unbedingt erfahren, wer der Fremde wirklich ist, was mit Annies Eltern passiert ist und welche Bedeutung die Wale haben werden. Ach so, fast vergessen: Das Cover wirkt schlicht und dennoch ausdrucksstark. Dieser Mix gefällt mir sehr.