Die Sehnsucht nach Meer

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adel69 Avatar

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Worum geht es in dem Buch?

Annie MacLeod liebt das Meer. Einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend hat sie auf einem Segelboot verbracht. Ihre Eltern Mara und Aiden teilten diese Leidenschaft: Beide waren fasziniert und hingerissen von den Ozeanen – von ihrer Schönheit, ihren Geräuschen, aber auch von ihrer Rauheit und Unberechenbarkeit.

Während eines Aufenthalts an Land, im kanadischen Küstenort Hale’s Landing, wo Annies Großmutter Ruth lebt, wird die Küste von einem Tsunami getroffen. Für Annie verändert sich von einem Moment auf den anderen alles. Ihre Eltern verschwinden und gelten vermutlich als in den Fluten ertrunken.

Annie und Ruth müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Nicht nur ihre persönliche Welt ist aus den Fugen geraten, auch Teile der Küste wurden zerstört und das Leben der Menschen muss neu geordnet werden.

Evan, Annies Freund aus Kindertagen, ist noch da. Annie liebt ihn, doch gleichzeitig fasziniert sie Walker, ein junger Mann, den sie gerettet hat. Ihn umgibt etwas Geheimnisvolles – ein besonderer Ton, den offenbar nur Annie wahrnehmen kann.
Annie möchte sesshaft werden und ein glückliches Leben führen. Doch tief in ihr bleibt diese unstillbare Sehnsucht nach dem Meer.

Meine Meinung:

Der Roman wird aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers erzählt und nicht aus der Ich-Perspektive. Gerade zu Beginn gibt es immer wieder Rückblenden, an die ich mich zunächst gewöhnen musste. Im weiteren Verlauf verschwanden diese weitgehend, was mir persönlich besser gefallen hat. Gegen Ende tauchen erneut Rückblenden auf, die ich diesmal sehr gelungen fand, da sie wichtige Zusammenhänge aus der Vergangenheit von Annies Eltern erklärten.

Besonders gut gefallen hat mir der melodische und poetische Schreibstil. Die Beschreibungen des Meeres und der Küstenlandschaft vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre und passen sehr gut zur Geschichte.

Der Einstieg in den Roman hat mich schnell gefesselt. Die Ereignisse rund um den Tsunami sind erschütternd und verändern Annies Leben grundlegend.

Zwischendurch gab es für mich allerdings eine längere Phase, in der die Handlung etwas stagnierte. Auch Annies Leben schien in dieser Zeit kaum voranzukommen, wodurch sich die Geschichte stellenweise etwas gezogen hat.

Gegen Ende nimmt die Handlung jedoch wieder deutlich an Fahrt auf. Es wird dramatisch, und viele Dinge, die mir zuvor rätselhaft oder unklar erschienen waren, werden nach und nach erklärt. Besonders das hat mir gut gefallen, denn dadurch ergaben sich rückblickend viele Zusammenhänge und der Roman fand für mich einen stimmigen und versöhnlichen Abschluss.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Besonders der poetische Schreibstil, die Atmosphäre rund um das Meer und die Auflösung einiger zunächst rätselhafter Aspekte sind mir positiv in Erinnerung geblieben.

Ich vergebe vier Sterne.