Ein unglaublich emotionaler und gleichzeitig sehr besonderer Roman

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kalteasche Avatar

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"Das Jahr der Wale" ist ein unglaublich emotionaler und gleichzeitig sehr besonderer Roman.
Im Mittelpunkt steht Annie, die ihre Kindheit gemeinsam mit ihren Eltern auf einem Segelboot an der Westküste Kanadas verbringt. Das Meer ist für sie von Anfang an ein ganz selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Sie wächst praktisch mit dem Wasser auf und entwickelt eine so tiefe Verbindung zur Natur, dass sie sich ein Leben ohne das Meer irgendwann gar nicht mehr vorstellen kann. Diese Liebe zum Wasser verbindet sie auch mit ihrer Mutter, die ebenfalls ihr Zuhause auf dem Meer gefunden hat.
Doch dann zerstört ein schwerer Tsunami Annies Zuhause. Sie überlebt und rettet unter anderem einen jungen Mann namens Walker aus dem Wasser. Zwischen den beiden ist sofort eine besondere Verbindung da. Trotzdem bleibt Walker für Annie lange ein Rätsel. Seine Art zu sprechen und sein Verhalten sind manchmal schwer zu verstehen, aber gleichzeitig ist da etwas zwischen ihnen, das Annie nicht loslässt.
Neben Walker spielt auch Evan eine wichtige Rolle in Annies Leben. Sie kennt ihn schon seit ihrer Kindheit und im Laufe der Geschichte entwickelt sich zwischen den beiden eine ganz andere, ebenfalls sehr besondere Beziehung.
Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist, dass wir Annie über mehrere Jahre begleiten und dabei nicht nur ihre persönliche Entwicklung kennenlernen, sondern auch sehen, was eine solche Katastrophe langfristig mit den Menschen macht. Der Tsunami hat nicht nur Häuser und Existenzen zerstört, sondern auch das Leben der Menschen verändert. Trotzdem geben sie nicht auf und versuchen, ihr Zuhause wieder aufzubauen.
Das Meer und die Natur nehmen dabei unglaublich viel Raum ein. Die Ruhe, die Geräusche, die Weite und diese ganz besondere Verbindung zum Wasser werden so intensiv beschrieben, dass man beim Lesen teilweise selbst das Gefühl bekommt, am Meer zu sein.
Der Roman behandelt außerdem sehr viele unterschiedliche Themen und ist stellenweise ziemlich philosophisch. Nicht alles wird eindeutig erklärt und manches lässt sehr viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Genau das fand ich interessant, auch wenn ich dadurch zwischendurch immer mal wieder etwas verwirrt war und überlegen musste, was die Autorin mit bestimmten Dingen eigentlich sagen möchte.
Neben all den schweren und dramatischen Momenten gibt es aber auch sehr viel Hoffnung und natürlich Romantik. Die Beziehungen zwischen Annie, Evan und Walker sind dabei nicht immer einfach und sorgen zusätzlich für Spannung.
Insgesamt ist "Das Jahr der Wale" für mich ein wunderschöner, sehr intensiver und vielschichtiger Roman. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen und besonders die Atmosphäre rund um das Meer ist mir sehr im Gedächtnis geblieben.
Auch wenn ich nicht immer alles sofort verstanden habe (& teil noch immer über gewisse Passagen nachdenke), hat mich die Geschichte emotional sehr berührt und ich habe sie wirklich gerne gelesen.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mich auf diese besondere Geschichte eingelassen habe, denn sie wird mir noch eine ganze Weile im Kopf bleiben.