Mystischer Roman - sehr schöne Formulierungen

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isabell Avatar

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Der Roman spricht mich zunächst durch seine äußere Aufmachung sehr, denn das Hardcover wirkt durch den wunderschön farbliche gestalteten Schutzumschlag mit haptisch spürbaren Titel sowie dem Wal nebst den innen roten Buchdeckeln und dem passenden roten Lesebändchen sehr wertig. Ein weiterer Genuss ist die verwendete Sprache, denn sie lässt mich die Natur insbesondere das Meer, die Wale aber auch die Veränderung durch den Tsunami sehr gut erleben. Im Fokus der Geschichte steht Annie, die ich durch Zeitsprünge in die Vergangenheit und immer wieder zurück in die Gegenwart, begleite, ebenso wie ich in der Vergangenheit ihre Eltern kennenlerne bzw. deren Leben mit Annie auf dem Boot. Das Aufwachsen von Annie ist schon besonders und vielleicht liegt schon hier mein erstes Problem mit Annie bzw. das ich mit ihr nicht warmwerden konnte, denn ich habe mich gefragt, ob Eltern wirklich ihr Kind fern von der Schule und fast allen sozialen Kontakten ohne Unterkunft an Land aufwachsen lassen sollen.Später ist das für Annie, zumindest was den Beruf betrifft, nicht problematisch und hat mich erstaunt. Neben Annie gibt es Evan, den Freund aus Kindertagen, Walker über den ich nicht mehr verraten möchte bzw. kann, und auch ihre Oma sowie Onkel und in der Vergangenheit, die Eltern. Außerdem noch Bewohner des Ortes, die aber nur unwesentlich in Erscheinung treten und hier kommen wir zu meinem nächsten Problem mit dem Roman, denn der Tsunami hat verherende Folgen, doch diese werden eher beiläufig geschildert bzw. fehlt mir, wie die Bewohner von Hale's Landing, wo Annies Oma wohnt ebenso wie Evan und Annies Besuche stattfinden, nach dem Tsunami in den Alltag zurückfinden bzw. miteinander umgehen.
Stattdessen erfahre ich einiges über ein Sägewerk dessen Besitzer, Evans Vater, seine Stämme auf spektakuläre Art verschifft. Mitten in all dem Chaos treten Annies Besonderheiten zum Meer und zu Walker immer mehr in den Vordergrund. Der Roman ist eine Liebesgeschichte besonderer Art, denn die Liebe zwischen verschiedenen Menschen ist besonders aber auch die Liebe zur Natur. Was mich aus der Geschichte herausgerissen hat, waren die wenigen Verbindungen, die ich zu den Menschen spürte, die Zeitsprünge - auch wenn diese klar sichtbar sind - sowie das Mystische, mit dem ich wenig anfangen kann.
Drei Sterne für die schönen Formulierungen und die Herausstellung der Bedeutung der Natur.