Ruhige, poetische Geschichte mit einem Hauch Magie

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larania Avatar

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Ich habe "Das Jahr der Wale" als Urlaubslektüre mit ans Meer genommen und muss sagen: es hat perfekt gepasst. Die Geschichte dreht sich viel um Naturgewalten, das Meer und das Leben auf einem Segelboot. Annie, die Hauptperson, wächst so bei ihren Eltern auf und baut eine besondere Verbindung zum Meer auf. Ein Tsunami bringt alles aus dem Gleichgewicht - Annie meidet von nun an das Wasser, hofft, dass ihre Eltern auf dem Boot überlebt haben und findet sich zwischen zwei Seiten wieder: Evan, ihr Kindheitsfreund, hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit ihr an Land, während der unbekannte Walker, den sie eines Tages am Strand findet, in ihr einen viel tieferen Wunsch weckt.
Die Geschichte entwickelt sich langsam, wird immer wieder mit Rückblenden ergänzt und ist trotz der ruhigen Schreibart nicht langweilig zu lesen. Anfangs habe ich mich mit den vielen Fachbegriffen zum Segeln etwas schwer getan, doch man wird schnell in die Erzählwelt hineingezogen. Die erste Hälfte des Romans vergeht wie im Flug - mit der zweiten wurde es dann etwas zäher, auch weil die Handlung an einen anderen Ort verlagert wird, zu dem die ursprüngliche Poesie nicht mehr passt. Das Ende wiederum hat mir gefallen, obwohl ich noch etwas mehr erwartet hätte, die Geschichte war dann doch schnell vorbei.
Ein kleiner negativer Punkt ist auch die Übersetzung: mir sind gelegentliche Schreib- bzw. Flüchtigkeitsfehler aufgefallen, die zwar nicht weiter stören, das Gesamtbild aber etwas "oberflächlich" erscheinen lassen.
Insgesamt würde ich den Roman aber weiterempfehlen - an alle, die eine poetische, ruhige und im Anklang magische Geschichte suchen, vielleicht auch für den Urlaub am Meer?